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Studie

Fahrplan für ein europaweites Biodiversitäts-Monitoring

Die Biodiversität verändert sich, doch den Regierungen fehlen gute Daten, um den Wandel zu verfolgen und wirksame Naturschutzmaßnahmen abzuleiten. Ein internationales Forschungsteam schlägt deshalb nun einen umfassenden Fahrplan für den Aufbau eines modernen europäischen Netzwerks für Biodiversitätsbeobachtung (BON) vor – ein Netzwerk, das zu einem globalen Vorbild für das Monitoring biologischer Vielfalt werden könnte. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Biodiversity“ veröffentlicht.

von iDiv/Redaktion erschienen am 06.03.2026
Buchenwald im Nationalpark Hainich, Thüringen © Stefan Bernhardt, iDiv
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„Unser Vorschlag enthält einen Plan für Europa, seine chaotischen und unzusammenhängenden Monitoringsysteme zu verbessern“, sagt der Erstautor Dr. Daniel Kissling, außerordentlicher Professor an der UvA. „Wir wollen ein einheitliches europaweites Netzwerk schaffen, das den Wandel bei Arten und Ökosystemen verfolgen kann – von der DNA von Pflanzen und Tieren bis hin zu ganzen Wäldern, Flüssen und Ozeanen.“

Der Fahrplan benennt 84 „Essenzielle Biodiversitätsvariablen“ (EBVs), die das Rückgrat eines harmonisierten Monitoringsystems bilden sollen. Diese EBVs sind unter anderem Vogelpopulationen, die Ausdehnung von Seegraswiesen, genetische Vielfalt oder die Produktivität von Ökosystemen. Sie ermöglichen eine einheitliche Checkliste, um Zustand und Veränderung von Europas Biodiversität zu messen.

Eine zentrale Botschaft des Fahrplans lautet, dass Europa sowohl technologische Innovationen als auch menschliches Fachwissen nutzen sollte, zum Beispiel:

  • Automatisierte digitale Sensoren wie Audio-Rekorder für Vogelstimmen, Wildtier- und Insektenkameras sowie Bio- und Wetterradare
  • Künstliche Intelligenz für Arterkennung und automatisierte Datenverarbeitung
  • Umwelt-DNA (eDNA) und Metabarcoding zum Erkennen von Arten und Lebensgemeinschaften in Wasser, Boden oder Luft
  • Modernste Fernerkundung mit Satelliten (inkl. Copernicus), Flugzeugen und Drohnen zum Monitoring von Lebensräumen, Vegetationsstrukturen und Ökosystemveränderungen

Der Fahrplan betont auch, dass Menschen nach wie vor eine zentrale Rolle beim Monitoring der biologischen Vielfalt spielen. Bürgerwissenschaftler, Taxonomieexpertinnen und professionelle Monitoringnetzwerke liefern wichtige Beobachtungen, Fachwissen und Kontinuität. Neue Technologien ergänzen und stärken diese Beiträge und machen das Monitoring der biologischen Vielfalt effizienter, skalierbarer und integrativer.

Um den Übergang zum neuen System vorzubereiten, empfehlen die Autorinnen und Autoren die Einrichtung eines Europäischen Koordinierungszentrums für Biodiversitätsbeobachtung (EBOCC). Diese neue Einrichtung auf EU-Ebene soll Arbeitsabläufe koordinieren, Methoden harmonisieren, eine transparente Datenverwaltung gewährleisten, das Monitoring an die politischen Erfordernisse anpassen sowie nationale und europäische Dateninfrastrukturen miteinander verbinden.

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