
Zukunft der integrativen Waldbewirtschaftung
Die Entwicklung resilienter und zukunftsfähiger Waldnutzungskonzepte erfordert den Ausgleich konkurrierender Nutzungsansprüche sowie ein ganzheitliches, proaktives Handeln angesichts des Klimawandels. Voraussetzung hierfür ist ein lösungsorientierter Dialog zwischen relevanten Akteursgruppen. Das Forschungsprojekt NaBioKom untersucht bislang ungenutzte Potenziale für einen sektorübergreifenden Dialog auf regionaler Ebene und geht der Frage nach, welche Rolle Naturparke und Biosphärenreservate in Deutschland hierbei übernehmen können. Die Ergebnisse beruhen auf einer Online-Befragung deutscher Naturparke und Biosphärenreservate (Eigenwahrnehmung) sowie auf Interviews mit regionalen Akteuren der Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunen (Fremdwahrnehmung) in vier Pilotregionen. Die Analyse zeigt, dass Naturparke und Biosphärenreservate einen lösungsorientierten Dialog unterstützen können. Ansatzpunkte für die thematische Ausrichtung ergeben sich etwa aus gemeinsamen Herausforderungen und Interessen, dem proaktiven Aufgreifen von Zukunftsthemen oder der Beteiligung unterschiedlicher Akteursgruppen. Anknüpfungspunkte an bestehende Aufgaben der Großschutzgebiete bestehen in der Netzwerk- und Projektarbeit, im Rahmen des Wissenstransfers oder in ihrer Moderationsfunktion. Es bedarf hierbei einer sorgfältigen Klärung der eigenen Rolle in Abstimmung mit den Perspektiven weiterer regionaler Akteure. Eingereicht am 13.08.2025, akzeptiert am 08.02.2026.
von Marie Sophie Schmidt, Christiane Hauser und Ulrich Gehrlein erschienen am 30.03.2026 DOI: 10.1399/NuL.2245621 Einleitung
Wälder sind zentrale Ökosysteme, die eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie Biodiversitätsverlust, Klimawandel, Landnutzungswandel und Veränderungen im Süßwassersystem spielen. Laut dem Konzept der planetaren Grenzen sind bereits sieben von neun Belastungsgrenzen, unter anderem zur Integrität der Biosphäre und zum Klimawandel, überschritten (PBScience 2025, Rockström et al. 2009). Daraus ergibt sich ein akuter Bedarf an Konzepten für resiliente, integrative und zukunftsorientierte Waldnutzung. Gleichzeitig sind Wälder Gegenstand vielfältiger, teils widersprüchlicher Interessen – etwa zwischen Biomasseproduktion, Naturschutz und Erholung (Bachinger et al. 2024, Nousiainen & Mola-Yudego 2022, Pohjanmies et al. 2017). Diese konkurrierenden Ansprüche spiegeln sich in den verflochtenen Waldökosystemleistungen wider (IPBES 2024), deren Wechselwirkungen Zielkonflikte wie auch Synergien bergen. Die Entwicklung tragfähiger Lösungen erfordert dabei, den Fokus über das Austragen von Nutzungskonflikten hinaus auf die Identifikation gemeinsamer Interessen zu erweitern. Das Konzept der „Survival Ecology“ (Gardner & Bullock 2021) betont die Notwendigkeit ganzheitlichen, proaktiven Handelns auf Basis der Akzeptanz klimabedingter Veränderungen. Es gilt – im Sinne des Überlebens von Mensch und Mitwelt – über enge Interessenvertretungen und klassische Naturschutzansätze hinauszudenken sowie einen ziel- und lösungsorientierten Dialog über die Zukunft der Wälder zu führen.
Das Forschungsprojekt „Naturparke und Biosphärenreservate als regionale Kommunikationsplattformen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung“ (NaBioKom) sieht besondere Chancen für einen solchen Dialog auf regionaler Ebene, wo sich Herausforderungen und Akteurskonstellationen kontextbezogen adressieren lassen. Waldbesitzende, Forstwirtschaft, Naturschutz, Tourismus, Jagd, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Kommunen, Behörden und weitere Stakeholer können eingebunden werden. Beteiligungsorientierte Ansätze eröffnen Möglichkeiten, Beziehungen zu stärken, gemeinsame Anliegen aufzugreifen und Konflikten vorzubeugen (Niemelä et al. 2005, Nousiainen & Mola-Yudego 2022). Für einen solchen Dialog braucht es regionale Akteure, die über sektorale Grenzen hinweg vermitteln, Interessen bündeln, Netzwerke pflegen und kommunikationsstark sind. Naturparke und Biosphärenreservate in Deutschland haben den gesetzlichen Auftrag, biologische Vielfalt zu sichern und zugleich die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume zu fördern (§§ 25, 27 BNatSchG). Sie sind insbesondere aktiv in den Bereichen Naturschutz, Landschaftspflege, Tourismus, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Regionalentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit (MAB-NK 2014, Weber et al. 2021).
Hier setzt NaBioKom an: Das Projekt untersucht, welche Rollen Naturparke und Biosphärenreservate im sektorübergreifenden Wald-Dialog übernehmen können. Berücksichtigt werden sowohl Perspektiven der Verwaltungen dieser Großschutzgebiete als auch Sichtweisen weiterer regionaler Akteure. Dieser Beitrag geht der Frage nach, zu welchen Themen Naturparke und Biosphärenreservate Dialogprozesse unterstützen, wie sie ihre Aufgaben weiterentwickeln und welche Rolle sie künftig einnehmen können. Grundlage sind eine deutschlandweite Online-Befragung von Naturparken und Biosphärenreservaten sowie Experteninterviews in vier Pilotregionen (Abschnitt 2). Nach Darstellung der Ergebnisse werden in den Abschnitten 3 und 4 strategische Ansätze zur Auswahl von Themen sowie von Aufgaben und Rollen im Wald-Dialog abgeleitet. Dabei wird aufgezeigt, wie sich Naturparke und Biosphärenreservate – aus Sicht ihrer Verwaltungen (Eigenwahrnehmung) sowie der weiteren regionalen Akteure (Fremdwahrnehmung) – für einen transformativen Wandel hin zu zukunftsfähigen Wäldern engagieren können. Es zeigen sich Handlungsspielräume, die unter Berücksichtigung begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen (vergleiche Weber et al. 2021) genutzt werden können. Abschnitt 5 ordnet die Ergebnisse in die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ein und beleuchtet die Frage regionaler Verantwortung im Wald-Dialog.
2 Materialien und Methoden
Im Zeitraum Februar bis März 2023 wurde im Rahmen des NaBioKom-Projekts eine quantitative Online-Befragung mit 15 geschlossenen, ordinal- oder nominalskalierten Fragen an alle Naturparke und Biosphärenreservate in Deutschland versendet. Im Rahmen eines Pretests gaben vorab die vier NaBioKom-Praxispartner, je zwei Naturparke und Biosphärenreservate, ein Feedback zur Eignung und Praktikabilität der Fragen für die Zielgruppe. Zudem machten Mitglieder der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe, etwa der Verband Deutscher Naturparke e.V., der Dachverband Nationale Naturlandschaften e.V., die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe sowie ausgewählte Akteure der Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunen in den Pilotregionen, Überarbeitungs- und Konkretisierungsvorschläge hinsichtlich der Fragestellungen. Es wurden 101 Naturpark- und 22 Biosphärenreservat-Verwaltungsstellen in Deutschland persönlich per Mail angeschrieben. In diesem Beitrag werden auszugsweise zentrale Ergebnisse zu den Themen und Aufgaben des Wald-Dialogs, den Ursachen und Treibern von Interessenunterschieden sowie den Akteursgruppen, zwischen denen Interessenunterschiede wahrgenommen werden, veröffentlicht.
Insgesamt nahmen Geschäftsführende oder Mitarbeitende von 38 Naturparken und neun Biosphärenreservaten an der Online-Befragung teil. Trotz guter Rücklaufquote von je circa 40 % ist die Stichprobe jedoch eher klein. Darüber hinaus sind die gewonnenen Ergebnisse meist nominalskaliert. Daher wird auf die Untersuchung statistisch signifikanter Unterschiede zwischen Biosphärenreservaten und Naturparken verzichtet. Die Ergebnisse werden als relative oder absolute Häufigkeitsverteilungen dargestellt. Etwa 80 % der an der Befragung teilnehmenden Großschutzgebiete hat einen im deutschlandweiten Vergleich (Riedel et al. 2024) überdurchschnittlich hohen Waldanteil von über 30 %. Zudem liegt der Anteil der Gesamtfläche von Naturschutzgebieten, Naturwaldreservaten und Natura-2000-Flächen am Großschutzgebiet bei mehr als der Hälfte der Stichprobe über 30 % und macht die Schutzfunktion bei gleichzeitig großflächigen Bewirtschaftungs- und Nutzfunktionen deutlich.
Aufgabe von Naturparken und Biosphärenreservaten ist, die Kooperation zwischen Kommunen, Wirtschafts-, Sozial und Umweltpartnern zu stärken, diese zu vernetzen und gemeinsam mit ihnen die Zukunft zu gestalten (BMU 2018, VDN 2018). Um deren Wahrnehmung auf die Rolle und Aufgaben der Großschutzgebiete ebenfalls in den Blick zu nehmen, wurden 28 leitfadengestützte Interviews mit weiteren regionalen Akteuren geführt. Die Stichprobe verteilte sich auf vier Pilotregionen im deutschen Mittelgebirge und umfasste Naturschutzverwaltungen (n = 5), Naturschutzverbände und freiberufliche Biologen (n = 8), Forstbehörden und staatliche Forstverwaltungen (n = 8), Forstverwaltungen des Körperschaftswaldes (n = 2), Forstbetriebsgemeinschaften (n = 1) und Kommunen (n = 4). In diesem Beitrag werden auszugsweise die Interviewergebnisse zur wahrgenommenen und gewünschten Rolle von Naturparken und Biosphärenreservaten beim Dialogbedarf zusammengefasst. Die daraus abgeleiteten Ergebnisse und Schlussfolgerungen waren Grundlage für die Konzeption und Umsetzung von 16 Dialogveranstaltungen, die im Rahmen des transdisziplinären Forschungsvorhabens NaBioKom in drei Praxisregionen stattfanden, um Ansätze des Walddialogs in der Praxis zu testen. Ergebnisse und Schlussfolgerungen dieser Praxistests sind nicht Gegenstand dieser Veröffentlichung, sondern werden in weiteren NaBioKom-Veröffentlichungen, insbesondere im Leitfaden „Naturparke und Biosphärenreservate: Dialogräume für die Zukunft des Waldes“ aufbereitet.
3 Themen des Wald-Dialogs
3.1 Themen mit Dialogbedarf
Eine qualitative Inhaltsanalyse von Positionspapieren und politischen Forderungen von Naturschutz- und Forstverbänden in Deutschland von Schmidt et al. (2025 a) stellt dar, zu welchen Themen sich diese Verbände positionieren und welche gemeinsamen und unterschiedlichen Interessen bestehen. Dieses Themenspektrum wurde für die Online-Befragung, insbesondere mit Blick auf die Themenrelevanz für Naturparke und Biosphärenreservate, durch die Mitglieder der projektbegleitenden Arbeitsgruppe ergänzt. Die Ergebnisse der Online-Befragung der Verwaltungen von Naturparken und Biosphärenreservaten zeigen schließlich ein breites Themenspektrum des Dialogs in Naturparken und Biosphärenreservaten, zu denen divergierende Interessen bestehen können und innerhalb dessen komplexe Wechselwirkungen bestehen. Die Verwaltungen der Großschutzgebiete wurden zur Existenz und zum Bedarf eines guten Dialogs für die in Tab. 1 dargestellten Themen befragt (Abb. 1, 2). Zwischen den Themen, die fünf Themen-Clustern zugeordnet werden, bestehen ausgeprägte inhaltliche Zusammenhänge.
1Die Definition eines „guten Dialogs“ wurde im Rahmen der Befragung nicht vorgegeben, sondern von den teilnehmenden Großschutzgebieten subjektiv vorgenommen. Eine weitergehende Präzisierung des Begriffs – etwa im Hinblick auf die verwendeten Dialogformate zu einzelnen Themen, eine Quantifizierung des Dialogs oder eine Bewertung der Ausgewogenheit der Beteiligung – hätte die Komplexität der Fragestellung erheblich erhöht. Dadurch wäre die Bereitschaft zur Teilnahme an der Befragung wahrscheinlich geringer ausgefallen. Gleichwohl ermöglichen die subjektiven Einschätzungen eine Ableitung grundlegender Tendenzen.
Für die meisten Themen überwiegt bei den Naturparken die Einschätzung des Dialogs als „zukünftig wichtig“ gegenüber der Einschätzung als (aktuell) „gut“ (Abb. 1). Bei den Biosphärenreservaten verhält es sich umgekehrt: Für die meisten Themen überwiegt hier die Einschätzung des Dialogs als „gut“ gegenüber der Einschätzung als „zukünftig wichtig“ (Abb. 2). Das heißt, in Biosphärenreservaten scheint aus Perspektive der Verwaltungen zu vielen Themen aktuell bereits ein besserer Dialog geführt zu werden als in Naturparken. Auffallend ist der in Biosphärenreservaten im Vergleich zu Naturparken (aktuell) häufiger als „gut“ eingeschätzte Dialog zu verschiedenen Themen des Clusters „Integrativer Waldnaturschutz“. Grundsätzlich wird hier der Bedarf aus Perspektive der Verwaltungsstellen von Naturparken und Biosphärenreservaten deutlich, einen Wald-Dialog zu vielfältigen Themen zu führen und – sofern noch nicht zufriedenstellend umgesetzt – diesen in Zukunft weiterzuentwickeln.
Defizite des Dialogs, also ein häufiger eingeschätzter zukünftiger Dialogbedarf gegenüber einem aktuell guten Dialog, werden in Naturparken besonders bei den Themen „Pfleglichkeit von Holzernteverfahren bzw. der Waldpflege“, „Störungen des jagdbaren Wildes“, „Ausweisung von Windenergieflächen“, „Maßnahmen der Verkehrssicherung“, „Anbau und Beimischung nicht heimischer/autochthoner Baumarten“ sowie „Wiederbewaldung schützenswerter Offenlandflächen“ deutlich. Zur „Pfleglichkeit von Holzernteverfahren bzw. der Waldpflege“ existiert aus Perspektive der Naturparkverwaltungen nur in wenigen Naturparken ein „guter Dialog“. Weniger wichtig wird von einem größeren Anteil der Naturparke etwa ein Dialog zu Zertifizierung, zur Intensität der Holz- beziehungsweise Energieholznutzung oder zum Alter der Waldbestände eingeschätzt. Allerdings geben hier auch einige Naturparkverwaltungen an, den Dialog für diese Themen nicht beurteilen zu können. Aus Perspektive der Biosphärenreservatsverwaltungen bestehen Lücken des Dialogs am ehesten zu den folgenden Themen: „Pfleglichkeit von Holzernteverfahrung bzw. der Waldpflege“, „Fahrrad und Mountainbike fahren“, „Ausweisung von Windenergieflächen“, „Erhöhte Schalenwildbestände, Verbiss- und Schälschäden“ sowie „Art der Zertifizierung“. Diese Themen werden von weniger oder höchstens gleich vielen Biosphärenreservaten als (aktuell) „gut“ im Vergleich zu „zukünftig wichtig“ eingeschätzt. Wie die Naturparke nehmen auch die Biosphärenreservate einen eher untergeordneten Dialogbedarf zu den Themen „Intensität der Holznutzung“ und „Intensität der Energieholznutzung“ wahr.
3.2 Ansätze für die Themenauswahl
Angesichts des breiten thematischen Spektrums eines möglichen Wald-Dialogs besteht eine zentrale Herausforderung für Naturparke und Biosphärenreservate vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen darin, die für sie relevanten Themen gezielt auszuwählen. Im Folgenden werden Ansätze zur Themenauswahl vorgestellt, die an bestehende Aufgaben und Handlungsfelder von Naturparken und Biosphärenreservaten anknüpfen und im Zusammenhang miteinander stehen. In der Praxis zeigt sich meist eine Kombination verschiedener Ansätze bei der Auswahl eines Themas.
3.2.1 Gemeinsame Herausforderungen und Zukunftsthemen adressieren
Während Mack et al. (2023) und Winkel et al. (2011) in Politik und Medien eine Instrumentalisierung des Klimawandels im Diskurs divergierender Interessengruppen feststellen, erscheint der Klimawandel auf regionaler Ebene aus Sicht von Naturparken und Biosphärenreservaten als Gelegenheit zur Identifikation gemeinsamer Interessen. Die Befragungsergebnisse der Verwaltungen von Naturparken und Biosphärenreservaten (Abb. 3) weisen darauf hin, dass verschiedene vielfältige externe Treiber, wie Konkurrenzen um Ressourcenverwendung, politische Vorgaben, Weltmarktpreise, Kommunikation in den Medien sowie Klimawandelereignisse, für die Zunahme von Interessenunterschieden verantwortlich sind. Dass Klimawandelereignisse unterschiedliche Interessen verstärken können, bestätigt auch die Analyse von Positionspapieren und politischen Forderungen deutscher Naturschutz- und Forstverbände nach Schmidt et al. (2025 a). Die Notwendigkeit, Naturverjüngung durch Aussaat oder Pflanzung zu ergänzen oder nicht-autochthone Baumarten einzubringen, wird von Naturschutz- und Forstverbänden im Kontext der Wiederbewaldung von Kalamitätsflächen unterschiedlich bewertet (ebenda). Darüber hinaus können die durch den Klimawandel bedingten Einschränkungen der Holzressourcen – etwa infolge von Dürreperioden, Baumartenverlusten oder Kalamitäten – bestehende Diskussionen über Nutzungsverzicht auf Wirtschaftswaldflächen und die Ausweisung zusätzlicher Schutzgebiete weiter verschärfen. Im Gegensatz zu den anderen genannten Treibern beobachten die befragten Naturparke und Biosphärenreservate aufgrund klimawandelbezogener Ereignisse jedoch mehr noch eine Zunahme von gemeinsamen Interessen (Abb. 3). Das Konzept der „Survival Ecology“ (Gardner & Bullock 2021) fordert, dass sich regionale Akteure den neuen dynamischen Realitäten stellen und diese anerkennen. So zeigt etwa die aktuell zunehmende Dialogbereitschaft zum Wasserrückhalt, wie situative Gelegenheitsfenster zur Entwicklung gemeinsamer Lösungen genutzt werden können (Abschnitt 5). Auch im Kleinprivatwald steigt laut Stockmann et al. (2024) die Bereitschaft für Maßnahmen zur Regulierung und Erhaltung von Ökosystemleistungen. In den im Rahmen des NaBioKom-Projekts geführten Experteninterviews wünschten sich die regionalen Akteure aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen, dass Naturparke und Biosphärenreservate im Rahmen des Agenda-Settings auch ohne konkrete Entscheidungsmöglichkeiten proaktiv herausfordernde Zukunftsthemen aufgreifen. Durch Austausch und Integration von Interessen können die Großschutzgebiete und weitere regionale Akteure gemeinsame Zielbilder definieren und so Konflikten vorbeugen. Aufgrund ihres großräumigen Ansatzes bieten sie dafür geeignete Plattformen zur Vernetzung (Abschnitt 4.1).

3.2.2 Heterogene Akteurslandschaft
Zunehmend mehr Themen erfordern die Beteiligung vielfältiger Gruppen, besonders wenn integrative Managementansätze über Nutzungs- oder Landesgrenzen hinaus notwendig sind. Die befragten regionalen Akteure nannten unter anderem Wasserrückhalt, Waldrandgestaltung und den Schutz von Offenlandflächen als relevante Themen. Hier sind sektorübergreifende Ansätze gefragt (vergleiche Baulenas Serra 2021), die über den Dialog von Forst und Naturschutz hinaus auch Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Jagd, Erholung und insbesondere Kommunen einbinden. Die Großschutzgebiete sind aufgrund ihrer Netzwerke und Themenfelder mit diesen Akteuren häufig bereits im Kontakt und können diese zusammenbringen (Abschnitt 4.1, Mehnen et al. 2018). Gerade die dynamische Entwicklung bei vielen Themen und deren Komplexität erfordern die fachübergreifende Zusammenarbeit, die von den einzelnen Akteuren aber häufig aus Ressourcen- oder Zuständigkeitsgründen nicht angestoßen wird. Diese Initiative können Naturparke und Biosphärenreservate ergreifen.
3.2.3 Interessenunterschiede und Konfliktpotenziale
Konflikte können einen inhaltlichen und interessengeleiteten Ursprung haben (Niemelä et al. 2005) und etwa auf einer divergierenden Priorisierung von Waldökosystemleistungen oder den Ökosystemleistungen anderer Sektoren beruhen (Schulz et al. 2023). In der NaBioKom-Online-Befragung nehmen die befragten Großschutzgebiete am häufigsten „ausgeprägte Unterschiede hinsichtlich der Zielvorstellungen“ als Auslöser von Interessenunterschieden wahr (Abb. 4). Unterschiedliche Zielvorstellungen können insbesondere durch unterschiedliche Priorisierungen von Ökosystemleistungen entstehen, wenn sich die vielfältigen Waldfunktionen nicht miteinander vereinbaren lassen. Die Positionsanalyse von Naturschutz- und Forstverbänden nach Schmidt et?al.?(2025) zeigt im Zusammenhang mit der Ausweisung von Schutzgebieten, dass ökologische Funktionen und Gemeinwohlleistungen aus Sicht der Naturschutzverbände Vorrang genießen. Im Gegensatz dazu äußern Forstverbände Vorbehalte gegenüber der Ausweisung von Schutzgebieten und betonen insbesondere die Bedeutung einer wirtschaftlichen Nutzung der Holzressourcen sowie die Notwendigkeit, Klimaschutzaspekte angemessen zu berücksichtigen. Die wahrgenommene Unvereinbarkeit von Zielvorstellungen kann jedoch auch auf unzureichende Information oder mangelndes Fachwissen zurückzuführen sein – Faktoren, die von den befragten Naturparken und Biosphärenreservaten ebenfalls als bedeutsam eingestuft werden (Abb. 4). Abschnitt 4 widmet sich den Handlungsmöglichkeiten von Naturparken und Biosphärenreservaten, durch Angebote zum Perspektivenaustausch und Wissenstransferveranstaltungen Wege zur Überwindung von Informationsdefiziten und Vermittlung von Fachwissen aufzuzeigen. Das NaBioKom-Projekt zeigt jedoch, dass Naturparke und Biosphärenreservate verstärkt an dialogorientierten Ansätzen interessiert sind, die gemeinsame Interessen in den Mittelpunkt stellen und eine proaktive Zusammenarbeit fördern, anstatt bestehende Konflikte zu betonen. Indem sie diese Strategie gezielt nutzen, könnten Großschutzgebiete durch die Initiierung von Dialogprozessen und kooperativen Projekten auf Grundlage gemeinsamer Anliegen zum Abbau von Vorbehalten und zum Aufbau von Vertrauen beitragen. Dies wiederum kann unterstützend wirken, um Zielkonflikte in anderen Themenbereichen konstruktiv anzugehen.

4 Aufgaben und Rolle von Naturparken und Biosphärenreservaten
Angesichts ihres landnutzungsübergreifenden Ansatzes, der thematischen Breite und der Kommunikationserfahrung wird Naturparken und Biosphärenreservaten eine vernetzende Rolle bei der Entwicklung integrierter Strategien für einen transformativen Wandel zugeschrieben (Granzow et al. 2025). Die Online-Befragung der Großschutzgebietsverwaltungen und Interviews mit weiteren regionalen Akteuren im NaBioKom-Projekt zeigen, dass Naturparke und Biosphärenreservate künftig stärker in Wald-Dialoge eingebunden werden könnten – je nach Kontext als Moderatoren oder Vermittler.
Aufgaben von Naturparken und Biosphärenreservaten beim Dialog mit und zwischen den Akteursgruppen im Wald können aus Perspektive der befragten Verwaltungen sowohl die Bereiche „Moderationsfunktion“, als auch „Wissenstransferangebote für Fachpublikum oder für die Öffentlichkeit“ sowie die „Bereitstellung von Räumlichkeiten und Infrastruktur“ betreffen (Abb. 5, 6). Ein Vergleich der Ergebnisse der Großschutzgebiete deutet an, dass Biosphärenreservate die erfassten Aufgaben aktuell stärker wahrnehmen als Naturparke.
2Viele Antwortergebnisse der interviewten regionalen Stakeholder zu Rolle und Aufgaben von Naturparken und Biosphärenreservaten lassen sich den oben genannten Bereichen aus der Online-Befragung zuordnen. Es zeigte sich zudem, dass die Stakeholder aus Forst, Naturschutz und Kommunen darüber hinaus auch „Netzwerkarbeit“ und „Projektarbeit“ als zentrale Aufgaben des Dialogs von Naturparken und Biosphärenreservaten sehen. Die zentralen qualitativen Interviewergebnisse zur Fremdwahrnehmung werden im Folgenden den Ergebnissen zur Eigenwahrnehmung der befragten Großschutzgebiete gegenübergestellt und fünf der genannten Aufgabenbereiche zugeordnet. Die Aufgabe der „Bereitstellung von Räumlichkeiten und Infrastruktur“ wird nicht weiter vertieft, da sie eine passive Rolle der Großschutzgebiete im Dialogprozess impliziert und für die Analyse weniger relevant erscheint.
4.1 Netzwerkarbeit
Die regionalen Stakeholder aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen nehmen im Bereich „Netzwerkarbeit“ die meisten und vielfältigsten Aufgaben von Naturparken und Biosphärenreservaten zum Dialog im Wald wahr. Dies entspricht den MAB-Kriterien, wonach Biosphärenreservate regionale Netzwerke zur Kommunikation und zum Interessenausgleich aufbauen sollen (MAB-NK Deutschland 2014). Auch Naturparke tragen zur Vernetzung vielfältiger Akteursgruppen (Mehnen et al. 2018), auch im Natura-2000-Management (Liesen et al. 2024), bei.
Die interviewten regionalen Stakeholder sehen jedoch einen deutlichen Bedarf bei der Klärung und Stärkung der Rolle von Naturparken und Biosphärenreservaten hinsichtlich waldbezogener Themen. So werden Wünsche zu einem stärkeren Auftritt in der Entwicklungszone von Biosphärenreservaten sowie zu einer „eindeutigen Positionierung“ zu Waldfunktionen formuliert. Einzelne Vertreter der Forstwirtschaft sehen sich hingegen selbst in der Koordinationsrolle für Wald-Themen und begrenzen die Rolle von Naturparken eher auf Schnittstellen zum Bereich Erholung und Tourismus.
Als zentrale Dialogansätze werden von den regionalen Akteuren aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen das Sichtbarmachen von Themen und der Austausch über Herausforderungen und Perspektiven wahrgenommen. Insbesondere die befragten Naturparke, mehr noch als die Biosphärenreservate, identifizieren die unsachliche Kommunikation als eine häufige Ursache für Interessenunterschiede (Abb. 4). Dies könnte beispielsweise auf eine weniger intensive Begleitung von Dialogprozessen in Naturparken zurückzuführen sein, etwa infolge einer geringeren personellen Ausstattung. Darüber hinaus ist es möglich, dass die befragten Biosphärenreservate ihren Fokus und ihre Aktivitäten stärker auf die großflächigen Kernzonen ausrichten, obwohl auch nachhaltiges Wirtschaften zu ihren Zielen zählt. Ein Perspektivenaustausch kann hier zur Versachlichung des Diskurses beitragen, Synergien offenlegen und dadurch Zielkonflikte entschärfen. Zudem können die Großschutzgebiete aus Perspektive weiterer regionaler Stakeholder eine Vertrauensbasis durch das Zusammenbringen von Akteuren fördern und eine Vernetzung stärken.
Nach Einschätzung der Verwaltungen von Naturparken und Biosphärenreservaten existieren bedeutende Interessenunterschiede am häufigsten zwischen den in Tab. 2 genannten Paaren der Stakeholder-Gruppen. Es fällt auf, dass Naturschutzverbände und -vereine besonders oft unter den am häufigsten genannten Paaren vertreten sind. Am häufigsten bestehen, entsprechend den Ergebnissen der Online-Befragung, Interessenunterschiede zwischen dieser Gruppe und der Jagdwirtschaft sowie den privaten Waldbesitzenden. Private Waldbesitzende und die Jagdwirtschaft sind ebenfalls oft vertreten. Hier werden insbesondere Interessenunterschiede zu Akteursgruppen des Naturschutzes und der Erholung deutlich. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass es für eine integrative Waldnutzung besonders wichtig ist, diese ehrenamtlichen Stakeholder-Gruppen und Privatpersonen stärker an Dialogprozessen zu beteiligen. Gleichzeitig verfügen ehrenamtliche Akteure und Privatpersonen häufig über eine geringere fachliche Kompetenz zu spezifischen Themen. Aus Perspektive der interviewten regionalen Akteure werden Naturparke und Biosphärenreservate als erfahren bei der Ansprache und Einbindung von ehrenamtlichen Gruppen sowie Natur- und Landschaftsführern eingeschätzt, sie sind für diese Aufgabe also bereits gut aufgestellt. Hierbei können sie auch auf ihre Kenntnisse in der Zusammenarbeit mit Partnernetzwerken, der Öffentlichkeitsarbeit und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (vergleiche BMU 2018, VDN 2018) zurückgreifen. Durch die Einbindung ehrenamtlicher Akteursgruppen können Naturparke und Biosphärenreservate bestehende Informations- und Beteiligungsdefizite (Abb. 4) schließen. Die aktive Teilnahme an den Dialogprozessen bildet dabei eine zentrale Voraussetzung für einen sachorientierten Austausch von Informationen, Fachwissen und Perspektiven. Sie ermöglicht eine Annäherung unterschiedlicher Zielvorstellungen und trägt dazu bei, vielfältige Interessen in einer integrativen Form der Waldbewirtschaftung zu berücksichtigen.

Einzelne Interviewpartner aus den Bereichen Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen weisen zudem auf den Bedarf hin, feste Strukturen und Formate für den multilateralen Austausch zum Thema Wald zu initiieren, der von anderen Interviewpartnern (noch) nicht erkannt wird. Diese zentrale (zukünftige) Dialog-Aufgabe weisen sie Naturparken und Biosphärenreservaten zu, die hier auch aufgrund ihrer Größe wichtige Vorteile bieten (etwa länderübergreifender, großräumiger Erfahrungsaustausch und ebensolche Zusammenarbeit). Gleichzeitig kann der großräumige Ansatz der Großschutzgebiete auch Nachteile implizieren (zum Beispiel unterschiedliche naturräumliche Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten, Anzahl politischer Entitäten und Medien, Entfernung von Veranstaltungsorten). Diese Vor- und Nachteile sind sowohl bei der Themenauswahl als auch bei der Gestaltung der Aufgaben des Wald-Dialogs zu berücksichtigen.
4.2 Projektarbeit
Erfolgreiche Netzwerkarbeit eröffnet vielfältige Möglichkeiten für bi- oder multilaterale Projekte. Mit einer Ausnahme wiesen alle Interviewpartner der NaBioKom-Pilotregionen auf die Funktion der Großschutzgebiete bei der Organisation von themenbezogenen Arbeitsgruppen und/oder der Anbahnung von Projekten zu Waldthemen hin. Einige forderten in Bezug auf den Wald eine aktivere Mitarbeit des Naturparks oder Biosphärenreservats. Im Fokus sollte der Austausch mit einem möglichst konkreten Ergebnis für eine definierte Fläche stehen. Durch Dialog können Projekte initiiert und bestehende Projektpartnerschaften gestärkt oder neue etabliert werden. Gleichzeitig sorgen Dialoge dafür, dass diese Projekte die Interessen der verschiedenen Stakeholdergruppen beziehungsweise die unterschiedlichen Perspektiven berücksichtigen. So können Dialogprozesse konkrete Veränderungen anstoßen, die durch Naturparke, Biosphärenreservate und andere Stakeholder umgesetzt werden.
4.3 Wissenstransfer für Fachpublikum und Öffentlichkeit
Die befragten Verwaltungen der Naturparke und Biosphärenreservate nehmen Informations- und Wissensdefizite als wesentliche Ursachen für Interessenunterschiede im Wald wahr (Abb. 4). Daraus lässt sich die Relevanz eines verbesserten Wissenstransfers ableiten. Trotz des hohen Waldanteils in den untersuchten Naturparken und Biosphärenreservaten (Abschnitt 2) übernimmt bislang nur etwa die Hälfte der befragten Großschutzgebiete aktiv Aufgaben des Wissenstransfers zu Waldthemen durch Informationsveranstaltungen und Bildungsangebote für die Öffentlichkeit oder für Fachpublikum (Abb. 5, 6). Weber et al. (2021) beobachten jedoch für Naturparke zwischen 2011 und 2020 eine erhebliche Bedeutungszunahme des Bereichs Umweltbildung/BNE allgemein. Auch die im NaBioKom-Projekt befragten Großschutzgebiete signalisieren Bereitschaft für ein stärkeres Engagement in diesem Aufgabenfeld (Abb. 5, 6). Fasst man die Antwortergebnisse für „mögliche/gewünschte Intensivierung bestehender Aufgaben“ und „zukünftig mögliche Aufgaben“ zusammen, wird deutlich, dass vornehmlich von Naturparken (aber auch von Biosphärenreservaten) Potenzial bei der Bereitstellung von „Bildungsangeboten für Fachpublikum“ gesehen wird. Eine konkrete Zielgruppe könnten Privatwaldbesitzende sein, die aus Perspektive der Großschutzgebiete häufig an Interessenunterschieden beteiligt sind (Abschnitt 4.1). So betonen Tiebel et al. (2024) die Bewusstseinsbildung und die Wissensvermittlung als Schlüssel für einen transformativen Wandel im integrativen Waldnaturschutz, insbesondere im Privatwald.
Verstärkte Aktivitäten von Naturparken und Biosphärenreservaten im Bereich Wissenstransfer decken sich auch mit den Erwartungen der weiteren regionalen Stakeholder. Der Wissenstransfer für Fachpublikum wird von allen Stakeholder-Gruppen als relevante Aufgabe angesprochen. Damit verbunden sind unterschiedliche Ideen und positive Erfahrungen zu Dialogformaten, wie etwa Exkursionen und Online-Seminaren, sowie gemeinsame (kooperative) Veranstaltungsangebote. Die Zielgruppenauswahl variiert dabei je nach befragter Stakeholder-Gruppe. Während Vertretende des Naturschutzes Angebote für die forstwirtschaftliche Praxis befürworten, sind für Stakeholder der Forstwirtschaft Angebote für private Waldbesitzende und den ehrenamtlichen Naturschutz relevant. Naturschutzverwaltungen sehen ebenfalls Bedarfe des Wissenstransfers für den ehrenamtlichen Naturschutz. Kommunen wünschen sich selbst fachliche Beratung bei kommunalen Entscheidungen unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven und bei der Umsetzung von Projekten sowie lokale Beratungsangebote für Praktiker sowohl des Naturschutzes als auch der Forstwirtschaft.
Aus der Perspektive der meisten regionalen Stakeholder aus Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen ist auch die Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Aufgabe. In den Interviews werden vielfach Anknüpfungsmöglichkeiten zu „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ (BNE)-Aufgaben angesprochen. Ideen dazu, kooperative Aktivitäten des Naturschutzes, der Waldbewirtschaftung, der Kommunen, der Naturparke und Biosphärenreservate gemeinsam nach außen zu kommunizieren, werden in den Interviews nur von kommunalen Vertretern genannt.
Die Ergebnisse aus Netzwerk- und Projektarbeit bieten häufig wertvolle Anknüpfungspunkte für Wissenstransferformate, die integrative und kooperative Dialogstrukturen fördern. Eine abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit von Großschutzgebieten, Forstwirtschaft, Naturschutz und weiteren relevanten Akteuren könnte zum Beispiel zu einem differenzierteren „Waldverständnis“ in der Bevölkerung beitragen und damit polarisierenden Tendenzen medialer Selbstrechtfertigung und Selbstviktimisierung entgegenwirken (vergleiche Mack et al. 2023). Die Aufgaben des Wissenstransfers im Rahmen des Wald-Dialogs entsprechen dem gesetzlichen BNE-Auftrag (§§ 25, 27 BNatSchG). Auch das MAB-NK Deutschland (2014) betont die BNE-Verantwortung von Biosphärenreservaten.
4.4 Moderation
Sowohl die befragten Verwaltungen von Naturparken und Biosphärenreservaten (Abb. 5, 6) als auch die interviewten regionalen Stakeholder aus den Bereichen Forstwirtschaft, Naturschutz und Kommunen sehen erweiterte Moderations- und Vermittlungsfunktionen beim Wald-Dialog als potenzielle Aufgaben der Großschutzgebiete an. Grundsätzlich werden auch von allen befragten Stakeholder-Gruppen eine Moderationsfunktion, die fachliche Begleitung und/oder eine Vermittlerrolle an die Großschutzgebiete herangetragen. Begründet wird diese Rolle beispielweise durch den Auftrag und integrierenden Ansatz von Biosphärenreservaten zur nachhaltigen Nutzung der Kulturlandschaft im Einklang zwischen Mensch und Natur. Gleichzeitig werden jedoch Grenzen dieser Rollen deutlich, insbesondere dort, wo eine fehlende Akzeptanz von Rolle oder Zuständigkeit der Verantwortlichen aus dem Großschutzgebiet durch andere regionale Akteure besteht. Dies zeigte sich im Rahmen der Interviews etwa im Themenfeld Jagd, wo den Großschutzgebieten eine unzureichende fachliche Kompetenz zugeschrieben wurde. Auch bestehen Vorbehalte seitens anderer Akteursgruppen – insbesondere der Forstwirtschaft –, die den Dialog zu einzelnen Themen selbst gestalten und nicht aus der Hand geben möchten (Abschnitt 4.1). Ein möglicher Lösungsansatz liegt in einer kooperativen Ausgestaltung der Moderationsfunktion: Großschutzgebiete können die Plattform für den Austausch schaffen und mit forstlichen oder anderen relevanten Akteursgruppen als Fachakteure gemeinsam Dialoge umsetzen.
Zudem steht die teilweise verdeutlichte Erwartungshaltung der interviewten regionalen Akteure an die Großschutzgebiete, etwa hinsichtlich einer eindeutigen Positionierung sowie der Umsetzung von Naturschutz- oder Erholungszielen, im Widerspruch zu einer „neutralen“ Moderation. Die unterschiedliche Wahrnehmung der Allparteilichkeit von Naturparken und Biosphärenreservaten kann sich auf die Akzeptanz ihrer Vermittlungsfunktion auswirken. Für einen erfolgreichen Dialogprozess ist daher eine transparente Kommunikation der eigenen Rolle sowie eine klare Abgrenzung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten seitens der Naturparke und Biosphärenreservate unabdingbar.
5 Schlussfolgerungen
Die vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass Zukunftsthemen – insbesondere in Folge des Klimawandels – die Aufgabenfelder regionaler Akteure tiefgreifend und oft unvermittelt beeinflussen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, proaktiv Vernetzungen und Dialogprozesse anzustoßen, um integrative Lösungsansätze für die Waldentwicklung zu erarbeiten (Abschnitte 3.2.1, 4.1, Granzow et al. 2015). Transdisziplinäre Prozesse, gestützt durch wissenschaftliche Expertise, sollten – wie im NaBioKom-Projekt – gezielt genutzt werden, um die durch den Klimawandel eröffneten Gelegenheitsfenster (Abschnitt 3.2.1) für eine interessenübergreifende Zusammenarbeit zu nutzen. Ziel ist es, regionale Akteure zu motivieren, aktiv an einem integrativen Wandel mitzuwirken.
Der Beitrag zeigt, dass Naturparke und Biosphärenreservate zur Entwicklung nachhaltiger Waldnutzungskonzepte beitragen und Verantwortung für einen transformativen Wandel übernehmen können. Großschutzgebiete als Dialogplattformen zu denken, lässt sich zum Beispiel gut mit dem Konzept der Survival Ecology (Gardner & Bullock 2021) verbinden (Abschnitt 1). Der Survival-Ecology-Ansatz fordert aktivierendes Handeln statt rein repräsentativer Interessenvertretung (Gardner & Bullock 2021). Wie das Projekt NaBioKom zeigt, passt dieser Anspruch gut zu den Arbeitsweisen von Naturparken und Biosphärenreservaten, die als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung (BMU 2018, VDN 2018) im Rahmen von Dialogprozessen die Entwicklung kooperativer Projekte anstreben. Darüber hinaus verfügen diese Großschutzgebiete über das Potenzial, regionale Prozesse zu koordinieren und mitzugestalten und Wissenstransfer für Entscheidungsträger und die interessierte Öffentlichkeit anzubieten (Mehnen et al. 2018, Weber et al. 2021). Ihre kommunen- und landnutzungsübergreifende Struktur prädestiniert sie für die Koordination großräumiger, sektorübergeifender Dialogprozesse zu Themen mit komplexer Akteurslandschaft und gemeinsamen Herausforderungen (Abschnitt 4.1, 3.2.2) – etwa der Entwicklung biodiversitätsreicher Schwammlandschaften, wie sie beispielsweise in den Naturparken RheinTaunus zu „Wald-Wasser-Klima“ (Projektskizze) und Soonwald-Nahe zur „Schwammregion Soonwald-Nahe“ (DBU-Projekt 2024-2026) angestrebt wird.
Eine besondere Rolle zur Etablierung von Naturparken und Biosphärenreservaten als Dialogplattformen kommt den Kommunen zu, die als Gesellschafter oder Beiratsmitglieder die Aufgaben der Großschutzgebiete legitimieren und gleichzeitig direkt von deren Aktivitäten und insbesondere sektorübergreifenden Dialogprozessen profitieren (Abschnitt 4.3). Laut Weber et al. (2021) gewinnen Naturparke aus Sicht ihrer Verwaltungen bei den Mitgliedern ihrer Entscheidungsgremien, darunter auch kommunale Vertreter, zunehmend „an Profil“ in ihrer Funktion als „Manager einer nachhaltigen Entwicklung“. Diese gestärkte Wahrnehmung einer Rolle, die über standardisierte Aufgaben hinausgeht, eröffnet zugleich Chancen für die Weiterentwicklung der Großschutzgebiete als Kommunikationsplattformen für den Wald-Dialog. Die tatsächlichen Umsetzungsmöglichkeiten von Naturparken und Biosphärenreservaten hängen jedoch stark von internen Faktoren ab – etwa personellen und finanziellen Ressourcen (Mehnen et al. 2018, von Ruschkowski & Nienaber 2016, Weber et al. 2021), fachlicher Expertise, thematischen Schwerpunkten oder Kommunikationskanälen.
Dank
Wir danken den NaBioKom-Praxispartnern und ihren regionalen Stakeholdern für ihre Unterstützung im Rahmen der Online-Befragung sowie der Interviewvorbereitung und -umsetzung: Naturpark Kellerwald-Edersee, UNESCO Global Geopark/Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald, UNESCO Biosphärenreservat Rhön (Bayerische Verwaltung), UNESCO Biosphärenreservat Thüringer Wald.
Förderung
Das Projekt „Naturparke und Biosphärenreservate als regionale Kommunikationsplattformen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung (NaBioKom)“ wird im Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) mit Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert (Laufzeit: 09/2022–08/2025).
- Naturparke und Biosphärenreservate besitzen großes Potenzial, durch Dialogansätze zu einer integrativen Waldnutzung beizutragen. Sie können Akteure aus unterschiedlichen Interessenbereichen – einschließlich ehrenamtlich Engagierter – einbinden und gemeinsam Themen, Aufgaben und Rollen im Wald-Dialog klären. Hierbei sind jedoch unterschiedliche Perspektiven und mögliche Konflikte, etwa bei der Wahrnehmung von Zuständigkeiten, zu berücksichtigen.
- Klimawandelbedingte Entwicklungen erhöhen den Handlungsdruck und schaffen zugleich Anlässe für neue Kooperationen basierend auf gemeinsamen Interessen. Schutzgebiete können diese Dynamik nutzen, um ihre Rolle als Dialogplattformen zu stärken und Zukunftsthemen wie Wasserrückhalt oder den Umgang mit Neozoen gemeinsam mit regionalen Partnern zu bearbeiten.
- Naturparke und Biosphärenreservate können durch Netzwerkarbeit, Wissenstransfer, Projektarbeit und Moderation einen wirkungsvollen Beitrag zum Wald-Dialog leisten. Durch partnerschaftliche Strukturen mit anderen regionalen Akteuren lassen sich Synergien schaffen, die den Mehrwert für alle Beteiligten erhöhen, und ein proaktives Handeln zur Sicherung der Wälder fördern.
- Der NaBioKom-Leitfaden „Naturparke und Biosphärenreservate: Dialogräume für die Zukunft des Waldes“ befasst sich mit der praktischen Herangehensweise an die Gestaltung von Wald-Dialogprozessen und steht auf der Projekt-Webseite zum Download zur Verfügung (Schmidt et al. 2025 b).
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Die Entwicklung resilienter und zukunftsfähiger Waldnutzungskonzepte erfordert den Ausgleich konkurrierender Nutzungsansprüche sowie ein ganzheitliches, proaktives Handeln angesichts des Klimawandels. Voraussetzung hierfür ist ein lösungsorientierter Dialog zwischen relevanten Akteursgruppen. Das Forschungsprojekt NaBioKom untersucht bislang ungenutzte Potenziale für einen sektorübergreifenden Dialog auf regionaler Ebene und geht der Frage nach, welche Rolle Naturparke und Biosphärenreservate in Deutschland hierbei übernehmen können. Die Ergebnisse beruhen auf einer Online-Befragung deutscher Naturparke und Biosphärenreservate (Eigenwahrnehmung) sowie auf Interviews mit regionalen Akteuren der Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der Kommunen (Fremdwahrnehmung) in vier Pilotregionen. Die Analyse zeigt, dass Naturparke und Biosphärenreservate einen lösungsorientierten Dialog unterstützen können. Ansatzpunkte für die thematische Ausrichtung ergeben sich etwa aus gemeinsamen Herausforderungen und Interessen, dem proaktiven Aufgreifen von Zukunftsthemen oder der Beteiligung unterschiedlicher Akteursgruppen. Anknüpfungspunkte an bestehende Aufgaben der Großschutzgebiete bestehen in der Netzwerk- und Projektarbeit, im Rahmen des Wissenstransfers oder in ihrer Moderationsfunktion. Es bedarf hierbei einer sorgfältigen Klärung der eigenen Rolle in Abstimmung mit den Perspektiven weiterer regionaler Akteure.
The future of integrative forest management: The role and future development of German nature parks and biosphere reserves as platforms for dialogue
The development of resilient and sustainable forest management concepts requires balancing competing land-use demands and a holistic, proactive approach to climate change. This requires solution-oriented dialogue between relevant stakeholder groups. The NaBioKom research project is investigating previously untapped potential for cross-sector dialogue at the regional level and exploring the role that nature parks and biosphere reserves in Germany can play in this context. The results are based on an online survey of German nature parks and biosphere reserves (self-perception) and interviews with regional stakeholders (external perception) in four pilot regions.
The analysis shows that nature parks and biosphere reserves can support solution-oriented dialogue. Starting points for the thematic orientation arise, for example, from common challenges and interests, the proactive addressing of future issues, or the participation of heterogeneous stakeholder groups. Links to existing tasks of these large protected areas lie in network and project work, in the context of knowledge transfer, or in their moderation function. This requires careful clarification of their roles in coordination with the perspectives of regional actors.


















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