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Vorhersage der Brutvogeldiversität

Potenziale fernerkundungsbasierter Ansätze

Auf Grundlage von Daten einer systematischen Brutvogelerfassung auf dem Truppenübungsplatz Munster Süd in der Lüneburger Heide wurde in einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift „Ecological Solutions & Evidence“ untersucht, ob sich Artenreichtum und Revierdichte von Brutvögeln besser durch eine konventionelle Biotoptypenkartierung oder durch fernerkundungsbasierte Daten erklären lassen.

von Thomas Fartmann (Universität Osnabrück)/Redaktion erschienen am 16.03.2026
Die Bekassine gilt in Niedersachsen als vom Aussterben bedroht und war ein häufiger Brutvogel im Untersuchungsgebiet. © Thomas Fartmann
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Fernerkundungsmethoden gewinnen in der Biodiversitätsforschung und im Naturschutz zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel hierfür ist der „Normalized Difference Vegetation Index“ (NDVI), der auf hochaufgelösten Satellitenbildern basiert und Rückschlüsse auf die Vegetationsproduktivität ermöglicht. Mithilfe dieser Methode lassen sich Habitate beispielsweise ohne aufwendige Geländeerhebungen klassifizieren. Bislang ist jedoch nur unzureichend untersucht, inwieweit sich das Vorkommen und die Häufigkeit von Arten damit zuverlässig vorhersagen lassen. Die Studie von Brüggeshemke und Fartmann sollte diese Lücke schließen.

Das Untersuchungsgebiet umfasst ein Mosaik aus Heiden und Mooren sowie nährstoffarmen Grünlandflächen, die von Kiefernwäldern umgeben sind. Innerhalb dieses Lebensraumkomplexes konnten heterogene, ökotonreiche Lebensräume mittlerer Produktivität als Hotspots der Brutvogelvielfalt identifiziert werden. Dabei ließen sich sowohl die Artenvielfalt als auch die Dichte gefährdeter Brutvogelarten durch den NDVI nahezu ebenso gut vorhersagen wie durch die im Gelände erhobenen Daten der Biotoptypenkartierung. Bei Betrachtung aller Arten wiesen die Biotoptypendaten jedoch einen deutlich höheren Erklärgehalt auf.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen das hohe Potenzial von Fernerkundungsdaten zur Vorhersage von Biodiversitätsmustern. Sofern ausreichend ausgeprägte Produktivitätsgradienten vorhanden sind, stellen fernerkundungsbasierte Analysen eine effiziente und praktikable Alternative zu arbeitsintensiven Geländeaufnahmen dar. Sie eignen sich insbesondere für Untersuchungen in schwer zugänglichen Gebieten oder für großflächige Analysen, bei denen flächendeckende Biotoptypenkartierungen nur mit erheblichem Aufwand realisierbar sind. Zugleich zeigen die Ergebnisse jedoch, dass Fernerkundungsdaten nicht alle Biodiversitätsmuster vollständig abbilden können und daher eine Kombination mit Geländedaten in vielen Fällen weiterhin sinnvoll erscheint.

Die Studie wurde durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert.

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