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Belastung von Ökosystemen

Warum scheinbar harmlose Einflüsse Böden schädigen können

Die Belastung von Ökosystemen steigt. Besonders urbane Böden werden durch Mikroplastik, Salze aus der Straßenenteisung, erhöhte Stickstoffeinträge oder Tenside aus Waschmitteln belastet. Obwohl diese Faktoren in der Umwelt nahezu immer in Kombination auftreten, wurden ihre Auswirkungen bislang häufig getrennt untersucht. Eine neue Studie von Forschenden der Freien Universität Berlin zeigt, dass sich die Wirkung solcher Faktoren auf Böden im Zusammenspiel grundlegend verändern kann.

von Freie Universität Berlin/Redaktion erschienen am 12.02.2026
Experiment zur Erforschung kombinierter Stressoren des Globalen Wandels in einer Klimakammer der Freien Universität Berlin © Matthias Rillig
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Die Studie mit dem Titel „Global change factors differ in effect when acting alone and in a multi-factor background“ untersucht, wie sich Stressoren wie Erwärmung, Dürre oder Umweltverschmutzungen sowohl isoliert als auch in Kombination auf die Bodengesundheit auswirken. In dem Experiment maßen die Forschenden unter anderem die Aktivität von Bodenmikroorganismen sowie die Stabilität von Bodenaggregaten – krümelige Strukturen, die zentral sind für Durchlüftung, Wasserspeicherung und das Leben im Boden.

Die Ergebnisse zeigen, dass selbst Faktoren, die einzeln neutral oder sogar positiv wirken, in Kombination die Bodenstruktur verschlechtern oder die Aktivität von ökologisch wichtigen Mikroorganismen im Boden hemmen können. Besonders deutlich wurde dies bei der Erwärmung von Böden: Während höhere Temperaturen isoliert betrachtet die Aktivität bodenstabilisierender Mikroorganismen fördern können, schadeten höhere Temperaturen in Kombination mit weiteren Stressoren den Böden. Eine mögliche Erklärung ist, dass erhöhte Temperaturen die Verdunstung verstärken und dadurch schädliche Stoffe im Bodenwasser stärker konzentriert werden, was wiederum die Mikroorganismen schädigt und zu weniger stabilen Bodenaggregaten führt – ein Effekt, der erst in Experimenten mit mehreren Stressoren sichtbar wird.

Die Studie unterstreicht, dass ökologische Risiken nur dann realistisch bewertet werden können, wenn Umweltfaktoren systematisch in Kombination betrachtet werden. „Wenn man Ökosysteme schützen will, ist es nicht zwingend am effektivsten, auf jene Faktoren zu fokussieren, die die größten Einzeleffekte zeigen“, sagt Bodenökologe Prof. Dr. Matthias Rillig, Letztautor der Studie. „Da nahezu überall mehrere Faktoren des Globalen Wandels zusammenwirken, könnte es sinnvoller sein, gezielt diejenigen anzugehen, die gemeinsam die stärksten negativen Folgen haben.“ Gleichzeitig weisen die Ergebnisse auf ein Erholungspotenzial hin: Gelingt es, einzelne Stressoren zu verringern oder ganz zu vermeiden – selbst wenn sie isoliert betrachtet harmlos oder sogar förderlich erscheinen –, könnten sich zentrale Bodenfunktionen spürbar erholen.

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