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Biodiversität in der Schweiz

Natur im Umbruch

Die Schweizer Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) hat einen Bericht zum Zustand der Biodiversität in der Schweiz veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wie sich die Biodiversität in der Schweiz entwickelt hat und welche Faktoren sie beeinflusst haben. Er fokussiert auf den Zeitraum zwischen 2010 und 2025 und ordnet die Veränderungen in die Entwicklungen seit 1900 ein.

von SCNAT/Redaktion erschienen am 22.01.2026
Schwarzes Kohlröschen ( Nigritella nigra ) in den Alpen © Julia Bächtle
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Im Bericht wird deutlich, dass insbesondere seit Mitte des 20. Jahrhunderts intensive Landnutzungen, hoher Ressourcenverbrauch, Siedlungsdruck und Stoffeinträge die natürlichen Kreisläufe bedeutend verändert haben. In der Folge sind wertvolle Lebensräume stark geschrumpft oder wurden verändert. Der Rückgang hat sich zwar seit der Jahrtausendwende verlangsamt, die Biodiversität in der Schweiz steht aber nach wie vor unter dem Druck mehrerer sich gegenseitig verstärkender Belastungen.

Es sind aber auch positive Entwicklungen zu erkennen: Zahlreiche Projekte zeigen, dass die Biodiversitätsförderung den Artenrückgang bremsen oder gar stoppen kann. Im Wald gibt es immer mehr Totholz, und die Zahl der Baumriesen hat sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt. Beides kommt vielen Arten zugute. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen entwickelt sich die ökologische Qualität vieler Biodiversitätsförderflächen vom Tal bis ins Sömmerungsgebiet erfreulich. Städte und Gemeinden setzen Biodiversitätskonzepte um, und zahlreiche Initiativen motivieren Bevölkerung und Wirtschaft, aktiv zu werden. Aufgewertete Grünflächen bieten in Städten und Agglomerationen Lebensraum für Arten und Erholungsraum für die Bevölkerung. Die Gewässer profitieren von Revitalisierungen. In den Alpen finden sich nach wie vor Räume mit hoher Wildnisqualität, und extensiv bewirtschaftete Alpweiden beherbergen eine hohe Biodiversität. Früher in der Schweiz ausgestorbene Arten wie der Bartgeier haben sich wieder etabliert.

Die Autorinnen und Autoren des Berichts appellieren daher, die Biodiversität weiter gezielt und konsequent zu fördern. Dafür sind, so der Appell, ein konsequentes, sektorübergreifendes Vorgehen, Maßnahmen in allen biodiversitätsrelevanten Sektoren sowie die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden und der Gesellschaft nötig. Was zu tun ist, ist bekannt: Bestehende Gesetze und Strategien – von der Erhaltung der Biotope von nationaler Bedeutung über die Realisierung der ökologischen Infrastruktur bis zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft – müssen entschlossen umgesetzt werden. Subventionen sollen biodiversitätsfördernde Praktiken belohnen. Und lokale Akteurinnen und Akteure, Bevölkerung und Wirtschaft müssen stärker einbezogen werden – über Beteiligung, Beratung und praxisnahes Wissen.

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