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Studie

Wie wirkt sich das Mähen auf Arten aus?

Reagieren verschiedene Artengruppen der Gliederfüßer unterschiedlich auf das Mähen von Wiesen? Dieser Frage ging ein Forschungsteam um Robert Künast in einer Untersuchung auf vier Studienstandorten mit mehreren Methoden nach. Die Studie erschien nun in der Fachzeitschrift „Ecological Entomology“.

von Nicolas Schoof/Redaktion erschienen am 08.01.2026
Artenreiche Salbei-Glatthaferwiese mit Wiesen-Salbei © Julia Bächtle
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Das Mähen hat demnach einen kurzfristigen negativen Effekt auf die Anzahl der Gliederfüßer als übergeordnetes Taxon. Werden die Gliederfüßer näher bestimmt, lassen sich die Effekte nach Artengruppen differenzieren: Es gibt solche, die 1) vom Mähen kurzfristig profitieren, nämlich Käfer, Ameisen, Kurzflügler und Hautflügler; 2) solche, die in Abhängigkeit des Untersuchungsortes und -methode geringfügig positive oder negative Reaktionen zeigen, nämlich Schnabelkerfen, Blattläuse, Webspinnen und Taillenwespen, und 3) natürlich solche, die durchweg negativ auf eine Mahd reagieren. Zu Letzteren zählen Heuschrecken, Zikaden, Laufkäfer, Wanzen, Fliegen und Mücken. Von den kurzfristigen Effekten sind langfristige zu unterscheiden. Letztere wurden in der Studie nicht erfasst.

Die Arbeit ist lesenswert, weil sie eine durchweg ganzheitlich denkende, methodisch gut nachvollziehbare und vor allem verständliche Untersuchung skizziert. Die Autoren schließen, dass es artengruppenspezifische Eigenschaften gibt, die die unterschiedlichen Effekte erklären. Wiesenbewohner, deren Entwicklungszyklus vollständig in der Wiese erfolgt, sind alles in allem von der Mahd viel stärker betroffen als Wiesenbesucher, die zum Beispiel nur die Blüten aufsuchen, aber ihre Entwicklungsstadien außerhalb der Wiese vollziehen. Außerdem wurde festgestellt, dass sowohl das konkrete Untersuchungsdesign als auch die Lage des Studienortes und die verwendeten Fallen in einigen Fällen Erklärungen für abweichende Befunde sein können.

Im praktischen Naturschutz muss es nach den Autoren darum gehen, die potenziell negativen Effekte zu minimieren und die positiven zu stärken. Dies gelänge kurzfristig beispielsweise relativ leicht durch eine Verbesserung der Habitate außerhalb der landwirtschaftlichen Nutzung, also vor allem solche im urbanen Grün, aber auch solche an Straßen und Dämmen.

Die Studie ist ein Beleg dafür, dass die Wiesenernte erhebliche kurzfristige Kollateralschäden bedingen kann. Ein entscheidender Faktor des Biodiversitätsschutzes ist daher eine naturverträglichere Wiesenernte. Überraschend ist, dass es auch Artengruppen gibt, die eindeutig positiv auf die Mahd reagieren. Das stärkt den Ansatz, nach dem die heterogene räumliche Verteilung unterschiedlicher Nutzungsformen der richtige Weg im Biodiversitätsschutz ist.

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