BeeActive – Spielerisch die Umwelt entdecken
Pflanzen kennenlernen und gleichzeitig etwas über Honigbienen und ihre wilden Verwandten lernen? Das ist Gegenstand der Spiele-App „BeeActive“. Hier unterstützen die Spielenden die Imkerin Melli Fera, indem sie virtuelle Bienenvölker in der Welt platzieren und die Bienen durch das Fotografieren von Blühpflanzen ernähren. Wir haben uns mit Jürgen Tautz über den Bildungsansatz unterhalten.
von Julia Bächtle erschienen am 26.01.2026Lernen die Spielerinnen und Spieler durch die App tatsächlich? In der App sind Quizfragen eingebaut, wenn der Nutzer Honig erntet. Da wird Wissen rund um Bienen abgefragt, aber auch über die Pflanzen, die bereits fotografiert wurden. Das unterstützt das Lernen und verhindert, dass einfach blindlinks irgendwelche Pflanzen fotografiert werden. Wir sind außerdem seit Ende 2024 in einem Schulprojekt, in dem das untersucht wird. Das läuft derzeit. Ein Zwischenstand vielleicht: Die Kinder sind mit hoher Motivation und hohem Lernerfolg dran. Und die Rückmeldungen, die wir von den Lehrerinnen und Lehrern bekommen, die machen uns außerordentlich optimistisch.
Die Rückmeldungen, die wir von den Lehrkräften bekommen, machen uns außerordentlich optimistisch. Prof. Dr. Jürgen Tautz

Welchen Mehrwert erhoffen Sie sich durch dieses Bildungsinstrument? Es geht darum, ein Verständnis für die Bedeutung von Pflanzenartenvielfalt zu vermitteln und das auch im Schulunterricht zu verankern. Da arbeiten wir gerade an Materialien für Lehrkräfte: Was kann man damit anfangen? Welche Fragestellungen kann man bearbeiten? Und da entwickeln wir gerade eben auch Unterrichtsblocks, die im direkten Schulumfeld umsetzbar sind: Könnten sich da Insekten, die Blüten besuchen, am Leben halten? Wenn die Antwort negativ ausfällt, können sich die Jugendlichen überlegen: Was könnten wir ändern? Die fotografierten Arten fließen auch in eine interaktive Blühkarte ein. Lässt sich dieser Datenpool noch anderweitig nutzen? Wir selbst werten die Daten aktuell nicht aus. Aber sie sind spannend, auch weil Nutzer bestimmte Bereiche abstecken können: Was blüht auf dem Schulgelände in welchem Monat? Je größer die Anzahl der Teilnehmer ist, desto realistischer ist das Bild, das dann wiedergegeben wird. Wie soll es für BeeActive in Zukunft weitergehen? Einer meiner früheren Studenten, Jürgen Paul, hat das übernommen. Er ist Professor an der Uni Bayreuth. Er will die App auch inhaltlich weiterentwickeln, das soll ja nicht stehen bleiben. Wir würden beispielsweise gerne noch die Erkennung von Insekten berücksichtigen, zum Beispiel von Schmetterlingen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Daneben bauen wir das Artinventar stetig aus. Wir sind noch weit weg von dem, was Flora Incognita an Arten zu bieten hat. Aber erst, wenn wir den Nektar- und Pollenwert einer Art angeben können, wird sie in BeeActive auch freigeschaltet. Das läuft kontinuierlich.
Es geht darum, ein Verständnis für die Bedeutung von Pflanzenartenvielfalt zu vermitteln. Prof. Dr. Jürgen Tautz
- Idee: Prof. Jürgen Tautz
- Entwicklung: Prof. Jürgen Tautz, Florian Schimpf, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
- Umsetzung: 91interactive
- Weiterentwicklung: Prof. Jürgen Paul, Uni Bayreuth







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