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Pflanzenwandel folgt Klimawandel

Berggipfel reagieren am schnellsten auf Erwärmung

Ökosysteme in Europa reagieren unterschiedlich auf die Klimaerwärmung: In Berglagen schrumpfen die Bestände kälteangepasster Pflanzenarten besonders schnell, während sich Wälder und Grasländer deutlich langsamer verändern. In allen untersuchten Ökosystemen hängen Pflanzengemeinschaften der Klimaerwärmung zeitlich hinterher („Klimaschuld”). Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde.

von iDiv/Redaktion erschienen am 14.04.2026
In Höhenlagen reagierten Pflanzengemeinschaften am schnellsten auf die Erwärmung. © Gernot Kunz
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Arten reagieren verzögert auf Klimaerwärmung

Die neue Studie basiert auf einer umfangreichen Datenbank mit mehr als 6.000 Langzeitbeobachtungsflächen – von Irland bis zur Ukraine und von Norwegen bis Spanien. Der Vergleich aktueller mit historischen Daten zeigt, dass einzelne Ökosysteme unterschiedlich auf die lokale Erwärmung reagieren.

Eine Erkenntnis der Studie ist, dass sich Pflanzengemeinschaften langsamer verändern als die Umgebungstemperaturen. Dies erzeugt eine sogenannte „Klimaschuld“ – einen Unterschied zwischen der bevorzugten Temperatur einer Art und der aktuell an ihrem Wuchsort vorherrschenden. Pflanzen sind also nicht im Gleichgewicht mit dem lokalen Klima, da sie nur träge auf geänderte Umweltbedingungen reagieren.

Kälteliebende Arten verlieren, wärmeliebende gewinnen

Die Forschenden bestimmten die Temperaturpräferenzen jeder Pflanzenart anhand ihrer Verbreitung und den in diesen Gebieten vorherrschenden Durchschnittstemperaturen. In Gebieten mit Langzeitbeobachtungen erstellten sie so einen integrierenden Temperaturindikator für die gesamte Pflanzengemeinschaft und verglichen die Situation von früher mit der heutigen. Aus den Unterschieden konnten sie ableiten, wie stark sich die mittlere Temperaturpräferenz der Pflanzengemeinschaften in einzelnen Ökosystemen verändert hat. Dabei zeigte sich:

  • Die durchschnittliche Veränderung der Temperaturpräferenz war auf Berggipfeln etwa fünfmal so hoch wie in Wiesen und Wäldern.
  • In allen Ökosystemen hinkte der Wandel der Pflanzengemeinschaften dem Wandel der lokalen Temperatur hinterher. Diese Verzögerung („Klimaschuld“) war am höchsten bei Waldpflanzen unterhalb des Kronendachs.
  • In Höhenlagen gingen die Bestände kälteliebender Pflanzenarten schnell zurück, während die Bestände wärmeliebender Arten kaum zunahmen.

Ökosysteme wandeln sich unterschiedlich schnell

Die Studie zeigt, dass keine einheitliche Aussage über die Auswirkung der Klimaerwärmung auf die Vegetation möglich ist. Während in Bergregionen die Bestände kälteliebender Arten schnell zurückgingen, nahmen die Bestände wärmeliebender Arten vor allem in Grasländern zu. Die Ursachen für diese unterschiedlichen Entwicklungen standen nicht im Fokus der Studie.

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