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Studie

Gletschervorstöße vorhersagen und Kipppunkte verstehen

Wann und wie schnell können Ökosysteme „kippen“ und wie werden sie sich zukünftig entwickeln? Forschende der Universität Potsdam, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität München haben eine neue Methode erarbeitet, um zu messen, wie nah an einem Kipppunkt ein Ökosystem bereits ist. Sie wenden ihre Ergebnisse an, um Gletschervorstöße sowie schnelle Veränderungen in anderen Ökosystemen vorherzusagen.

von Universität Potsdam/Redaktion erschienen am 05.03.2026
Pasterzengletscher im Jahr 2007 © Julia Bächtle
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Die Ökosysteme der Erde sind durch den Klimawandel in Gefahr und viele verlieren an Widerstandsfähigkeit, da sie zunehmend unter Druck geraten. Ökologische Kipppunkte – schnelle Veränderungen hin zu einem neuen Zustand – spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Vorhersagen dazu, ob sich der Amazonas von einem Regenwald in eine Savanne verwandeln wird oder wie schnell die Eiskappe Grönlands verschwinden könnte, sind jedoch extrem schwierig. Ein Problem in vielen Ökosystemen ist der Jahreszeitenzyklus, der es erschwert, langsamere, klimawandelbedingte Veränderungen zu erfassen.

Hier setzt eine Studie von Forschenden der Universität Potsdam, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität München an. Die Autoren entwickelten eine neue Methode, um die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen zu bestimmen. Sie erweiterten die Arten von Daten, die innerhalb des Rahmens von Kipppunkten bewertet werden können. Um ihren Ansatz zu überprüfen, haben sie diesen auf zwei reale Beispiele angewendet: den Amazonas-Regenwald und Gebirgsgletscher in Alaska und Asien.

„Gletschervorstöße sind in vielen Teilen der Erde ein gefährliches Phänomen und ihre Vorhersage ist kompliziert“, erklärt der Hauptautor Taylor Smith vom Institut für Geowissenschaften der Universität Potsdam. „Mit unserer Methode können wir nun testen, wie stabil ein Gletscher ist, und Vorstöße mehrere Jahre im Voraus vorhersagen.“ Die Ergebnisse des Teams könnten dazu beitragen, die Überwachung von Naturgefahren zu verbessern und zu verstehen, wie Gletscher auf den Klimawandel reagieren. Ihre neue Methode ermöglicht es, die Auswirkungen des Klimawandels oder anderer Prozesse auf viele verschiedene Ökosysteme zu bewerten. Da sie ohne komplexe Datenvorverarbeitung auskommt, ist Dr. Smith optimistisch: „Sie wird eine breite Anwendung finden, um zu bewerten, wie unterschiedlich Erdsysteme auf den Klimawandel reagieren.“

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