Geben Sie einen Suchbegriff ein
oder nutzen Sie einen Webcode aus dem Magazin.

Geben Sie einen Begriff oder Webcode ein und klicken Sie auf Suchen.
Artenhilfsmaßnahmen im Unteren Isartal – Ergebnisse für eine Verantwortungsart

Graue Skabiose

Die Graue Skabiose (Scabiosa canescens) ist eine Pflanzenart, für die Deutschland eine besondere Verantwortung trägt. Im Naturraum Unteres Isartal (Bayern) kommt sie als isolierter, indigener Vorposten an zwölf Wuchsorten vor. Neun dieser Orte wurden im Rahmen des Artenhilfsprogramms Niederbayern ab 2014 entdeckt. Außerdem konnten seit 1998 durch Mähgutübertragung sowie gezielte Ansaat und Pflanzung 41 neue Vorkommen auf restaurierten Flächen etabliert werden. Seither wurde die Pflege aller bekannten Vorkommen an die Bedürfnisse der Grauen Skabiose angepasst. In den Jahren 2022 und 2023 fand bei allen 53 Vorkommen eine Untersuchung von Bestandsentwicklung, Altersstruktur sowie exemplarisch der Fitness in Bezug auf ihre Entstehung (indigen, durch Mähgutübertrag bzw. Samenausbringung sowie Pflanzung) statt. Die Artenhilfsmaßnahmen für die Graue Skabiose waren erfolgreich, die Individuenzahl im Unteren Isartal stieg von weniger als 500 Exemplaren vor 2002 auf über 3.500 Exemplare im Jahr 2023. Die indigenen Vorkommen bestehen vorwiegend aus alten Individuen und weisen kaum Verjüngung auf, sie erscheinen daher überaltert. Für das Ausreifen der Samen der Grauen Skabiose ist eine späte Mahd frühestens ab September, vorzugsweise im Oktober entscheidend. Offenboden ist für die Verjüngung der Bestände unerlässlich und kann durch die Anlage reliefreicher Flächen, durch Pflege oder Nutzung (Renaturierung, Extensivbeweidung, scharfes Abrechen nach Mahd) geschaffen werden. Aufgrund der Bestandschwankungen empfiehlt sich eine Erfassung der Vorkommen mindestens alle zwei bis vier Jahre. Eingereicht am 02.03.2025, akzeptiert am 14.11.2025.
Veröffentlicht am
Graue Skabiose
Graue SkabioseDaniela Listl
10.1399/NuL.205603 1 Einleitung Die Biodiversität nimmt weltweit ab, weshalb bereits seit 1992 Übereinkommen getroffen wurden, um diesen Verlusten entgegenzuwirken (United Nations 2020). Auch Deutschland verfolgt eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (BMUV 2024), die in den Bundesländern in verschiedenen Formen umgesetzt wird (zum Beispiel Zehm & Weber 2013). Ergänzt werden diese vielerorts durch lokale Biodiversitätsstrategien (etwa Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt 2024) und auf bestimmte Arten fokussierte Projekte (etwa Bönsel & Schmidt 2019, Bönsel et al. 2019, Elsner & Zehm 2010, Hodvina et al. 2018, Zippel & Lauterbach 2018). Die Fitness von Pflanzenvorkommen und -individuen steht nachweislich in engem...
Weiterlesen mit unserem...

Naturschutz und Landschaftsplanung 3 Monate Digital Mini-Abo

  • Jede Ausgabe 3 Tage vor der gedruckten Ausgabe lesen
  • Zugriff auf alle Ausgaben im Archiv
  • Alle Heftartikel auch online lesen
37,99 EUR / 3 Monate
Sie haben bereits ein Digital-Abo?
Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiertes Digital-Upgrade bestellen