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Landschaftsplanung
Landschaftsplanung UTB
59,00 EUR
Landschaftsplanung. Christina von Haaren. 2004. 528 S., 125 Tabellen, 20 s/w-Fotos, 118 Zeichn., 19 Karten, geb. ISBN 978-3-8252-8253-0. € 59,00
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Dungbewohnende Käfer als Indikatoren für die Bedeutung extensiver Beweidung
Abstracts
Die Bewirtschaftung eines Gebietes als Ganzjahresweide ist erforderlich, um die Zusammensetzung der Zoozönose der coprophagen Käfer zu optimieren, dadurch gleichzeitig bestimmten gefährdeten Arten und Räubern zu einer dauerhaft verfügbaren Nahrungsressource zu verhelfen und somit deren Arten- und Individuenzahl zu erhöhen. Die extensive Beweidung mit einer geringen Zahl an Großvieheinheiten führte im Untersuchungsgebiet bei Wendisch Waren zu einem Anstieg der Biodiversität der Coleopterenzönose. Der Einsatz von Wasserbüffeln wird aus ökologischer und artenschutzrechtlicher Sicht als sehr positiv beurteilt.
Importance of Extensive Grazing for Species Diversity Illustrated by a Dung Beetle Community
In order to optimise the coenosis of coprophagous beetle the grazing management should comprise the whole year. This provides a permanently available food resource for certain rare species as well as predators, enabling them to increase their number of species and individuals. In the case study area near Wendisch Waren the extensive grazing with a low number of cattle led to an increased diversity of beetle species. Additionally the use of water buffaloes has been evaluated as very positive regarding ecological conditions as well as species protection.
„Ist das eine Zielart oder kann das weg?“
Abstracts
Angesichts der starken Belastungen der Landschaft vor allem durch Nährstoffe sind viele Ziele des gesetzlichen Arten- und Biotopschutzes in agrarisch geprägten Landschaften heute kaum mehr zu erreichen. Um die Belastungen zu kompensieren, wird im Namen des Naturschutzes in immer intensiverer Form in Lebensräume eingegriffen, was bei vielen Naturschützenden auf ein intuitives Unbehagen trifft. Diese verbreiteten Intuitionen sollten für einen Wertediskurs in Argumente übersetzt werden. So können Eingriffe unter Berücksichtigung von Eingriffsintensität, -häufigkeit und -umfang sowie der Lebensraumkontinuität naturwissenschaftlich operationalisiert werden. Unter ethischen Gesichtspunkten wird diskutiert, inwieweit das Naturerleben des Menschen in „künstlich hergerichteten Schutzlandschaften“ beeinträchtigt sein könnte. Zudem wird beleuchtet, unter welchen Bedingungen das Eingreifen in selbstorganisierende Systeme problematisch ist und wann es geboten sein kann. Plädiert wird für einen Naturschutz, der den Eigenwert unserer Mitwelt respektiert. Da ein dauerhaft stark invasiver Naturschutz auf „Inseln“ inmitten einer hochgradig belasteten Landschaft weder zukunftsfähig noch ethisch tolerabel ist, wird der Naturschutz der Zukunft vermehrt Debatten über einen nachhaltigen und naturschonenden Lebensstil einschließen müssen.
“Is That a Target Species or Can It Be Ditched?” Plea for more reflection on values of nature conservation
Many targets of species and habitat conservation can meanwhile hardly be reached anymore owing to the strong environmental burden, mainly by nutrients, on the landscape of agricultural landscapes. In order to compensate for these impacts, further interference into habitats is being carried out in the name of nature conservation, leading to intuitive discomfort of many nature conservationists. These widespread intuitions should be translated into arguments for a discourse of values. Impacts can be operationalised in terms of natural science considering their intensity, frequency and scope. From an ethic point of view the study discusses how far the natural experience of man could be affected in “artificially modified protection landscapes”. Additionally the paper investigates under which conditions the interference in self-organising systems is either problematic or might be necessary. The study pleas for a type of nature conservation respecting the intrinsic value of our environment. A permanently strongly invasive nature conservation on “islands” within a highly burdened surrounding is neither sustainable nor ethically tolerable. In future nature conservation will have to include more discussions about a sustainable and nature-preserving lifestyle.
Energetische Verwertung von Landschaftspflegeholz
Abstracts
Gehölzpflegemaßnahmen sind im Südschwarzwald ein traditioneller Bestandteil der Bewirtschaftung von Extensivweidesystemen. Durch den Rückzug der landwirtschaftlichen Nutzung auf schwierig zu bewirtschaftenden Standorten steigt zum Zwecke der Offenhaltung der Landschaft der Bedarf an Entstockungsmaßnahmen. Parallel zu dieser Entwicklung hat Holz als nachwachsender Rohstoff einen immer größeren Stellenwert in der nachhaltigen Energieversorgung.
Inwieweit im Naturraum Südschwarzwald Landschaftspflegeholz eine Bedeutung für die energetische Verwertung darstellt und in welchem Umfang Landschaftspflegekosten durch eine logistisch optimierte Nutzungskette reduziert werden können, war Bestandteil eines Leader-Projektes. Das Ergebnis der flächenscharfen Erhebung von Offenlandgehölzen in sechs Kommunen des Schwarzwaldes zeigt, dass Gehölzstrukturen im Durchschnitt einen Anteil von 13 % an der Offenlandfläche einnehmen und mittlere Holzvorräte von 211 Erntefestmeter mit Rinde pro ha aufweisen. Die im Rahmen der Potenzialstudie erfassten Werte wurden anhand tatsächlich durchgeführter Pflegemaßnahmen bestätigt. Gehölzsukzessionen im Bereich des Offenlandes stellen somit im Südschwarzwald ein nicht zu unterschätzendes Potenzial für die energetische Nutzung dar. Rechnet man die gewonnenen Ergebnisse auf die Gesamtfläche des Naturraums Südsschwarzwald hoch, so ergibt sich bei einem 30-jährigen Nutzungsintervall die Perspektive, eine Holzhackschnitzelmenge von ca. 140000 srm m.R./a aus dem Bereich von Offenlandgehölzen bereitzustellen.
Energetic Processing of Wood from Landscape Management Measures – Potential study in the Southern Black Forest
In the Southern Black Forest maintenance measures of shrubs and trees are a traditional part of the cultivation of extensive pasture systems. Due to the withdrawal of agriculture on sites difficult to be cultivated there is an increasing need of trimming and cutting in order to keep the landscape open. At the same time the value of wood as renewable resource has continuously increased in the context of sustainable energy supply.
In the context of a LEADER project the following questions were investigated: what is the significance of wood from landscape management measures for energetic recovery, and to what extent can the costs for landscape management measures be reduced by logistically optimising the value added chain. The results of the site-specific investigation of shrubs and tress in the open landscape in six municipalities in Southern Black Forest show that these wooded areas on the average cover 13 % of the open countryside with an mean timber-growing stock of 211 m³ of timber harvested with bark. The values recorded in the potential study have been confirmed by the management measures actually carried out.
The results allow the conclusion that the potential of tree and shrub succession in the open countryside should not to be underestimated. By extrapolating the findings on the total area of the region Southern Black Forest the calculations lead to the perspective that about 140,000 m³ woodchips (with bark) might be supplied supposing a utilisation interval of 30 years.
Erfassung der Managementeffektivität in Europas Schutzgebieten
Abstracts
Mit der Unterzeichnung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt verpflichteten sich alle europäischen Staaten zur Evaluierung der Managementeffektivität in Schutzgebieten. Obwohl die Mehrheit der Länder bereits einen Teil ihrer Schutzgebiete evaluierte, ist das vorgegeben Ziel (30 % der terrestrischen Schutzgebiete bis 2010) in den wenigsten Ländern erreicht worden.
Die Evaluierungsmethoden, die beteiligten Akteure sowie die untersuchten Schutzgebietstypen variieren innerhalb Europas. Während internationale Evaluierungsansätze vor allem von Projektträgern, Zertifizierungsstellen und Forschungsinstitutionen verwendet werden, sind in einigen Ländern auch individuelle Evaluierungsmethoden entwickelt worden, welche meist die für das Schutzgebiet verantwortliche Instanz initiiert hat.
Langfristig müssen Evaluierungen in den Managementzyklus integriert werden. Eine regelmäßige und kostengünstige Umsetzung, beispielsweise durch Synthese verschiedener Evaluierungs- und Berichtspflichten, ist dabei anzustreben. Weiter sollten Datenqualität und Transparenz von Schutzgebietsevaluierungen in Europa erhöht werden. Dafür ist es jedoch nötig, dass solche Evaluierungen als Lern- und nicht als Bewertungsprozess verstanden werden.
Recording of Management Effectiveness in European Protection Areas – Contribution to fulfil the Convention on Biological Diversity
All European States have signed the Convention on Biological Diversity (CBD) and have thus committed to evaluate the management effectiveness of protected areas. The majority of European states have already examined management effectiveness in some protected areas. However, few states have reached the agreed goal to evaluate 30 % of their terrestrial protected areas by 2010.
Evaluation methodologies, management agency and protected area management categories vary largely across Europe. While international evaluation tools are mainly used by donors, certifiers and researchers several countries have developed individual methodologies, often initiated by the national management agency.
The evaluation of management effectiveness needs to become part of the protected area management cycle. An overall goal should be the regular and cost-effective implementation of assessments, for instance by combining different evaluation and reporting obligations. In addition, data quality and transparence of evaluations in European protected areas needs to be enhanced. Therefore, it is necessary that these evaluations are seen as learning process, not as judgment.
Repowering von Windenergieanlagen
Abstracts
Der Beitrag untersucht, inwieweit die Erneuerung von Windenergieanlagen – das so genannte Repowering – mit den zu erwartenden Umweltauswirkungen vereinbar ist, vor allem in Bezug auf Vögel und Fledermäuse sowie das Landschaftsbild. Weiter wird die genehmigungsrechtliche Situation von Repowering-Anlagen betrachtet, insbesondere Umweltprüfverfahren wie UVP und das Artenschutzrecht.
Im Ergebnis ist festzuhalten, dass Repowering als Chance angesehen werden kann, Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu verringern. Der entscheidende Faktor ist dabei die richtige Wahl des Standortes. Unter Berücksichtigung der Gegebenheiten am Standort sowie angrenzender Nutzungen können somit Planungsfehler aus der Vergangenheit beseitigt werden. Welche konkreten Auswirkungen ein Repowering jedoch ergeben, ist standortbezogen sehr unterschiedlich und sollte je Ausgangslage spezifisch analysiert und bewertet werden. Aus diesem Grund sollten die Auswirkungen eines Repowerings insbesondere für den Vogel- und Fledermausschutz intensiver untersucht werden, damit diese Ergebnisse positiv für weitere Planungen genutzt werden können.
Re-powering of Wind Power Plants – Present challenge for procedures of Environmental Impact Assessments
The study investigates how far the renewal of wind power plants, the so-called re-powering, is compatible with the expected environmental impacts, particularly referring to birds and bats as well as to the visual landscape. Further, the study analyses the conditions of the regulatory approval of repowering plants, particularly regarding environmental assessment procedures and legislation on species protection.
The investigations allow the conclusion that repowering can be seen as a chance to reduce interferences into nature and landscape, the decisice factor being the selection of the appropriate site. If the local conditions and the surrounding land-use are considered sufficiently planning mistakes of the past can be corrected. The effects of repowered wind power plants, however, differ significantly and should be specifically analysed and evaluated. The impacts of repowering on the protection of birds and bats require closer examination in order to apply these results on further planning projects.
Management von FFH-Offenlandlebensräumen auf ehemaligen Truppenübungsplätzen
Abstracts
Auf vielen ehemaligen Truppenübungsplätzen ist aufgrund auf Aufgabe der früheren Nutzungen eine rasch voranschreitende Verbuschung sowie die Zunahme von Brachezeigern zu verzeichnen. Für den Erhalt und die Entwicklung von naturschutzfachlich relevanten Lebensraumtypen sowie Pflanzen- und Tierarten der (Halb-)Offenlandschaften wurde deshalb im Modellgebiet Oranienbaumer Heide auf der Basis einer fundierten Erfassung des Ausgangszustandes und systematisch abgeleiteten Entwicklungszielen erstmals eine extensive Ganzjahresstandweide mit Rindern und Pferden in einem subkontinental geprägten Heide- und Magerrasenökosystem umgesetzt. Dazu wurden die Standorte für Infrastruktureinrichtungen sondiert. Mit den Naturschutz- und Forstbehörden wurden ergänzende Entbuschungsmaßnahmen abgestimmt und umgesetzt.
Nach fast drei Jahren großflächiger Extensivbeweidung ist auf der gesamten Weidefläche ein Rückgang von Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) und Brachezeigern, eine Zunahme von offenen Bodenstellen sowie eine beginnende Verjüngung der Besenheide (Calluna vulgaris) nachzuweisen. Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit konnte das Projekt positiv in der Region verankert werden. Eine wirtschaftliche Tragfähigkeit konnte über die Beantragung von Agrarumweltmaßnahmen für Teilflächen der Weide erreicht werden. Praktikable Vorgehensweisen zur Einhaltung der veterinärrechtlichen Vorgaben wurden vereinbart. Der Beitrag fasst die gesammelten Erfahrungen zusammen.
Management of Open Habitats under the Habitats Directive on Former Military Training Areas – Establishment of an extensively used all-year pasture in the “Oranienbaumer Heide”
Many former military training areas show a rather rapid scrub or forest encroachment as well as an increase of competitive grasses or ruderal species. In order to maintain and to restore a favourable conservation status of natural habitat types and characteristic plant and animal species of open areas an extensive all-year grazing with cattle and horses was implemented at the pilot study area “Oranienbaumer Heide”. It based on a comprehensive analysis of the initial state and on adapted management targets. Currently this type of grazing is being tested for the first time in subcontinental heathlands and dry basophilic grasslands in Central Germany. Due to the former military use infrastructure facilities, e.g. fence lines, had to be checked for ammunition. Additional clearing of bushes and trees was carried out in correspondence with nature conservation and forest authorities. After almost three years of grazing a substantial reduction of Calamagrostis epigejos and ruderal species, an increase of bare soil sites as well as a regeneration of Calluna vulgaris was observed throughout the whole pasture area. Continuous public relations activitities were decisive for a positive feed-back of the local people. The grazing management could be ensured for the next few years due to the support of agri-environmental schemes on partial areas. Furthermore feasible procedures for animal treatment were reached in accordance with veterinary regulations.
Honorierung ökologischer Leistungen der Forstwirtschaft
Abstracts
Die Ausgestaltung von Anreiz- und Ausgleichssystemen für ökologische Leistungen der Forstwirtschaft gewinnt durch die Eingriffsregelung des BNatSchG und bestehenden Kompensationsbedarf im Wald an Bedeutung. In diesem Beitrag wird anhand der Maßnahmen „Bereitstellung von Alt- und Totholz“ und „Erhalt von historischen Waldbewirtschaftungsformen“ die Operationalisierung von Waldnaturschutzzielen im Rahmen eines Honorierungssystems ökologischer Leistungen beleuchtet.
Dem Konzept der Umweltqualitätsziele folgend, können Waldnaturschutzziele aus einem übergeordneten Zielsystem abgeleitet am sinnvollsten auf regionaler Ebene umgesetzt und über einzelne Indikatoren und Prüfgrößen bewertet werden. Zur regionalisierten Bewertung der Indikatoren werden die räumlich-funktionalen Ebenen der ökologischen Waldgruppen oder der Wuchsgebiete herangezogen. Die Bewertungsmaßstäbe leiten sich vom Referenzbild natürlicher Waldbestände einer bestimmten ökologischen Waldgruppe (Naturnähe-Modell) oder von historischen oder funktionalen Verteilungen der Waldökosystemtypen eines bestimmten Wuchsgebiets ab (Repräsentanz-Modell). Ein solches System kann dazu beitragen, Naturschutzleistungen im Wald in Wert zu setzen und Kompensationsmaßnahmen im Wald produktionsintegriert und effizient zu gestalten.
Remuneration of Ecological Services in Forestry – New options for compensation measures in forests?
The development of incentives and compensation arrangements for ecological services in forestry is becoming increasingly important through the impact regulations according to the national Nature Conservation Act (BNatSchG) and the existing demand for compensation in forests. The study investigates the operationalisation of forest conservation goals within a system of compensation arrangements for ecological services, based on the measures “provision of old stands and deadwood” and “maintenance of traditional forestry practices”.
According to the concept of environmental quality objectives, forest conservation goals derived from a hierarchy of goals can be implemented most reasonably at the regional level, and assessed via certain indicators and parameters. For the assessment of indicators within a region, ecological forest groups or growing regions are used. The assessment criteria are derived from reference to natural forest stands in a particular ecological forest group (near-natural model) or from historical or functional distributions of forest ecosystem types in a particular growing region (representation model). Such an approach can contribute to the commodification of conservation in forests and to the formulation of efficient production-oriented compensation measures in forests.
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