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Landschaftsplanung

Landschaftsplanung UTB

59,00 EUR

Landschaftsplanung. Christina von Haaren. 2004. 528 S., 125 Tabellen, 20 s/w-Fotos, 118 Zeichn., 19 Karten, geb. ISBN 978-3-8252-8253-0. € 59,00

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Aufwertung der Agrarlandschaft durch ökologischen Landbau

Abb. 1: Artenvielfalt ökologisch bewirtschafteten Dauergrünlandes als Mehrfaches der Artenvielfalt konventionell bewirtschafteten Grünlandes nach verschiedenen Vergleichsstudien (konventionell = 100 %).

Abstracts

Der zweite Teil dieses Beitrages beschreibt Veränderungen in Grünland und Landschaftsbild durch ökologische Bewirtschaftung und weiter, wie das Aufwertungspotenzial einer Umstellung im engen Funktionszusammenhang mit Eingriffen in die Kulturlandschaft dokumentiert werden kann. Die neuere Rechtslage und gelungene Kooperationen ökologischer Be­triebe mit Behörden bestätigen, dass die Umstellung auf ökologischen Landbau, ergänzt durch Landschaftselemente, wirksam als produktionsintegrierte Kompensation anwendbar ist, vor allem in aufwertungsbedürftigen Agrarlandschaften und realisiert über Ökokonten, Maßnahmenpools oder Ersatzzahlungen.

Enhancement of the Agricultural Landscape Via Organic Farming

– Suitable measure for production-integrated compensation? (Part 2)

The second part of the paper describes the benefits of organic management for grassland and landscape scenery. Due to its potential for improvement of farmland habitats conversion to organic farming is worth to be considered as production-integrated compensation for interferences into nature, especially in intensively farmed landscapes. Co-operation between nature conservation authorities, organic farmers and land procurement agencies have proven successful. Legal requirements are discussed.

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Zukunft von Eichen-Hainbuchenwäldern und Heiden angesichts des Klimawandels

Abb. 1: Potenzielle zukünftige Entwicklung der Verbreitung von trockenen europäischen Heiden (LRT 4030) während des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Klimamodell: HadCM3, IPCC Emissionsszenario: A2, Modellgüte (AUC)=0,84.

Abstracts

Im Naturschutz werden angesichts des Klimawandels in zunehmendem Maße Grundlagen für die Beurteilung der künftig zu erwartenden Entwicklung von Lebensräumen benötigt, die heute als schützenswert betrachtet werden.

In diesem Beitrag ermitteln wir mögliche Beeinflussungen der Kohärenz ausgewählter Eichenwälder und Heiden der FFH-Richtlinie. Die Entwicklung ihrer künftigen Verbreitung im Verlauf des 21. Jahrhunderts wird simuliert, wobei Ausbreitungsmodelle berücksichtigt und räumliche Kohärenz beachtet werden. Wir vergleichen worst-case-Szenarien, in welchen den Lebensräumen eine Verlagerung in neue Gebiete hinein nicht zugestanden wird, mit Ausbreitungszenarien. Umwelthüllenmodelle werden mit Ansätzen der Graphentheorie kombiniert, um räumlich explizite Informationen zur Bewertung und ­Priorisierung von Lebensräumen bereit zu stellen. Auf diese Weise können überraschende lebensraumspezifische Entwicklungen gezeigt werden. Zusätzlich ergeben sich Optionen für die Entwicklung neuer Schutzgebiete. Auch die Konzeption von langfristig wirkenden Landschaftspflegemaßnahmen kann auf eine bessere Basis gestellt werden.

Future of Oak-Hornbeam Forests and Heathlands in the Face of Climate Change – Potential development of habitat coherence in the Natura 2000 Network

Facing climate change there is an increasing need of scientific bases in nature conservation to evaluate the expected development of habitats which are considered as worthy of protection.

The paper identifies possible influences on the coherence of selected oak forests and heathlands according to the Habitats Directive. The development of their future distribution in the course of the 21st century has been simulated, under consideration of distribution models and spatial coherence. The study compares worst-case scenarios which suppose that the dislocation of habitats into new areas is not possible with scenarios of their dispersal. Environmental envelope models have been combined with approaches of the graph theory in order to obtain explicit information for the evaluation of habitats. This concept has revealed surprising habitat developments, and the concepts for long-term landscape management measures can be put on a better base.

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Ökosystemdienstleistungen

Ökosystemdienstleistungen

Abstracts

Das Konzept der Ökosystemdienstleistungen beschreibt den Nutzen von ökologischen Systemen für die Menschen und wird auch in Deutschland zunehmend diskutiert. Bisher ist ungeklärt, wie das Konzept in den Theorie- und Methodenkanon der Landschaftsplanung einzuordnen ist. Ziel dieses Beitrags ist es, die Konzepte der Ökosystemdienstleistungen und der Landschaftsfunktionen miteinander zu vergleichen sowie mögliche Vorteile einer stärkeren Integration des Ökosystemdienstleistungs-Konzepts in die praktische Landschaftsplanung auszuloten.

Der Vergleich zeigt zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen den Konzepten, beispielsweise in Bezug auf die angestrebten Ziele sowie die berücksichtigten Arten von Nutzen. Unterschiede bestehen hinsichtlich der Methoden und der Rolle von ökonomischen Bewertungen.

Eine sinnvolle Integration des Ökosystemdienstleistungs-Konzepts in die Landschaftsplanung würde insbesondere in der Erweiterung um Ansätze zur Berücksichtigung von privaten Gütern, zur Bilanzierung von Leistungen und ökonomischen Bewertungen bestehen. Umgekehrt könnte Landschaftsplanung methodisch erheblich zur Umsetzung des Ökosystemdienstleistungs-Konzepts beitragen.

Ecosystem Services – Old Wine in New Bottles or an Incentive for German Landscape Planning?

The concept of ecosystem services describes the benefits of ecological systems for people, and has been receiving increasing attention, also in Germany. It has however not become clear how this concept could be integrated into the theories and methods of German landscape planning. The objective of this contribution is to compare the concepts of ecosystem services and landscape planning and to explore potential opportunities to integrate the concept of ecosystem services more strongly into practical landscape planning.

The comparison shows similarities concerning the objectives and the types of ecosystem services or landscape functions considered. Differences exist in the methods applied and in the role of economic valuation.

A sensible integration of the ecosystem services concept in landscape planning would in particular include a broadening of the planning scope to also incorporate private goods as well as an amendment of planning methods towards the quantification of services and their economic valuation. Vice versa, the practical implementation of the ecosystem services concept could benefit from incorporating insights from landscape planning methods.

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Zahlungen der 1. Säule auf Extensivweiden und ihre Relevanz für den Naturschutz

Abb. 1: Regelungen im Zusammenhang mit Landschaftselementen (wie Hecken und Gehölzen) als Bestandteil der prämienberechtigten Fläche nach VO (EG) 73/2009 und 1122/2009. Erläuterung im Text.

Abstracts

Extensive Weidenutzung bildet das zentrale Naturschutzinstrument zur Erhaltung und Entwicklung vieler nach den Vorschriften der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zu schützenden Lebensraumtypen, von High-Nature-Value-Grünland und zur Umsetzung weiterer Schutzziele in Agrarökosystemen. Dabei spielt auch die Prämienfähigkeit im Rahmen der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union eine wichtige Rolle.

Der Beitrag beschreibt vor dem Hintergrund der Kommis­sionsvorschläge für die neue GAP-Förderperiode 2014–2020 und der aktuellen Rechtslage, welche Probleme die extensive Grünlandnutzung in der 1. Säule, den Direktzahlungen, hat. Diskutiert werden das geplante „Greening“, die Definition von Dauergrünland und Grünfutterpflanzen sowie die Rolle von Gehölzen als immanente Bestandteile strukturreicher Weideflächen. Es werden Vollzugsprobleme infolge hohen Bürokratieaufwands, Sanktionsrisiken und verringerter Messtoleranzen bei der Kontrolle identifiziert.

Zur Lösung wird eine neue Flächenkategorie „Landwirtschaftlich genutzte Naturschutzfläche“ definiert, die Bestimmung beihilfefähiger Flächen präzisiert und vorgeschlagen, Gehölze auf Weideflächen aus dem Cross-Compliance-Schutz auszunehmen. Die hohe Bedeutung der Prämienfähigkeit wird aus landwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Sicht begründet. Exemplarisch wird verdeutlicht, dass hier gesamteuropäische Handlungsrelevanz besteht.

Direct Payments for Extensively Used Pastures and their Relevance for Nature Conservation – Analysis and proposals to adapt the Common Agricultural Policy

Extensive pasturing has been established as a central instrument of nature conservation for the maintenance and development of many habitat types according to the Habitats Directive, ranging from grassland of high-nature value to the implementation of further protection aims. In this context the eligibility for direct payments (“first pillar”) according to the Common Agricultural Policy (CAP) also plays an important role.

Against the background of proposals of the Commission for the new support period 2014–2020 the paper describes the problems of direct payments for extensive meadow cultivation. The study discusses the intended “greening”, the definition of permanent grasslands and herbaceous forage plants as well as the role of trees and shrubs as immanent parts of structurally diverse pastures. The paper identifies enforcement problems resulting from bureaucracy, risks of sanctions and reduced measurement tolerances during controls.

As a solution “agriculturally used nature conservation areas” have been defined as a new category of sites, the identification of eligible sites has been specified, and it has been proposed that trees and shrubs are except from Cross-Compliance protection. The significant importance of the eligibility for payments has been justified both from an agricultural and nature conservation point of view. Using an example the study clarifies that there is European-wide relevance for action.

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Natursportarten verträglich ausüben

Natursportarten verträglich ausüben

Abstracts

In den letzten Jahren hat das Interesse der Bevölkerung an Erholungs- und Natursportaktivitäten stark zugenommen. Daraus ergeben sich zahlreiche Konfliktsituationen mit den Anliegen des Naturschutzes. Die naturverträgliche Ausübung von Erholung und Natursport kann jedoch durch ein abgestimmtes Besuchermanagement, welches auf die verschiedenen Besuchertypen, ihre jeweiligen Motive sowie weitere Merkmale eingeht, unterstützt werden. Insbesondere Informations- und Kommunikationsstrategien kommt hierbei ein hohes Poten­zial zu.

In dem vorliegenden Beitrag wird dieses am Beispiel des Kanufahrens vorgestellt. Die Kanuten auf dem nordbayerischen Mittelgebirgsfluss Wiesent (Fränkische Schweiz) werden anhand ihrer Besuchsmotive in Anlehnung an bestehende Typisierung segmentiert. Die Merkmalsausprägungen von vier verschiedenen ausgewiesenen Kanufahrertypen dienen als Ausgangspunkt für Überlegungen bezüglich typgerechter Kommunikationsstrategien zur Lenkung und Information der Kanuten.

Nature-based Sports and Environmental Compatibility – Applying adapted communication strategies using the example of canooing on the River Wiesent

Over the last years recreation activities and outdoor sports in a natural surrounding have significantly increased. This growing interest has led to numerous conflicts with the requirements of nature conservation. The compatibility of recreation and sports activities in natural surroundings can be supported by an adapted visitor management considering the different types of visitors, their respective motivation and other characteristics. In this context information and communication strategies have a particularly high potential.

In order to illustrate this approach the paper uses the example of canoeing. The canoeists on the river Wiesent in the low mountain range of Northern Bavaria were classified depending on their motivation according to an existing typification. The typical characteristics of four types of canoeists are the base for considerations on adapted communication strateges to steer and inform the canoeists.

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Aufwertung der Agrarlandschaft durch ökologischen Landbau

Abb. 1: Informationsbedarf und Aufgeschlossenheit Unterer Naturschutzbehörden in Niedersachsen für Kompensation mit ökologischem Landbau (n = 30).

Abstracts

Der Beitrag erörtert in zwei Teilen Erfahrungen mit produktionsintegrierter Kompensation und ihre Anwendung im Kontext ökologischer Bewirtschaftung. Das Aufwertungspotenzial der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung für die Leistungs- und Funktionsfähigkeit von Boden und Wasser, für die Habitatqualität von Äckern und Landschaftsstrukturen wird im ersten Teil mit verringerten Stickstoffüberschüssen, negativen Phosphor- und Kaliumbilanzen, verbessertem Kohlenstoffspeicherungspotenzial, Erhöhung der Retentionsleistung und der Biodiversität in Äckern und Feldflur belegt.

Enhancement of the Agricultural Landscape Via Organic Farming – Suitable measure for production-integrated compensation? (Part 1)

The paper is divided into two parts and deals with experiences related to production-integrated compensation and its implementation in the context of organic farming. The first part focusses on the improvements of the ecosystem in converted fields by avoiding pesticides, reducing the levels of nitrogen, potassium and phosphor, by improving carbon sequestration and retention capacity, and by increasing biodiversity on the fields and their surrounding.

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Potenzielle Auswirkungen des Klimawandels

Potenzielle Auswirkungen des

Abstracts

Die Auswirkungen des Klimawandels auf schützenswerte Lebensräume, insbesondere auf das Natura-2000-Netzwerk der Europäischen Union, sind bisher schwer abzuschätzen. Diese Studie stellt eine neue mehrstufige Methode zur Ermittlung der Beeinflussung der Kohärenz von Naturschutznetzwerken in einem sich wandelnden Klima vor. Wir nutzen beispielhaft zwei Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie (trockene Heiden und Eichen-Hainbuchenwald).

Die künftige potenzielle Verbreitung dieser Lebensraumtypen wird für drei Zeitschritte im 21. Jahrhundert berechnet. Nachfolgend wird mit einem omnidirektionalen Ausbreitungsmodell dargestellt, welcher Teil hiervon unter Berücksichtigung des Aufwands, einzelne Lebensräume zu erreichen, auch realisiert werden kann. Zuletzt wird die künftige Kohärenz der Lebensräume mit Hilfe eines graphenbasierten Indexes individuell für die beiden betrachteten Lebensraumtypen und für biogeographische Szenarien (mit und ohne realisierte Ausbreitung) ermittelt.

Eine praktikable Kombination von Umwelthüllenmodellen mit der Graphentheorie wird aufgezeigt. Hiermit können räumlich explizite Informationen zur Bewertung und Priorisierung von Schutzgebieten abgeleitet werden. Durch die Verfügbarkeit sequentieller Karten zu wahrscheinlichen Entwicklungen werden frühzeitig negative Trends aufgezeigt, aber auch proaktiv sich ergebende Optionen für die Entwicklung neuer Schutzgebiete können erkannt und in entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden.

Potential Effects of Climate Change on the Coherence of Protection Area Networks – Concept for the Natura 2000 network in Germany

Impacts of climate change on habitats and especially on the Natura 2000 network of the European Union have proven ­difficult to estimate. In a multistep approach this study has developed a methodology to assess the impacts of climate change on habitat coherence, using the example of two habitat types (“dry heathlands” and “oak-hornbeam forests”) defined by the Habitats Directive.

Potential future distribution of these habitat types has been projected for three time steps during the 21st century. Sub­sequently, an omnidirectional dispersal model is applied under consideration of costs to reach individual habitats in order to identify the potentially reachable areas. Finally, habitat co­herence is calculated for a graph-based index for both habitat types and for biogeographical scenarios (with and without realised dispersal).

The study demonstrates a feasible combination of environmental envelope models with graph theory. Spatially explicit information required for the evaluation and prioritisation of conservation areas can be derived. The availability of maps with sequences of likely habitat development allows not only for an early identification of negative trends but also to pro­actively identify options for the establishment of new conservation areas and for the target-oriented implementation of conservation management.

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Ökobilanz in der extensiven ­Ganzjahresbeweidung mit Rindern

Abb. 1

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist eine Ökobilanz in der Rindfleischproduktion aus extensiver Ganzjahresbeweidung gemäß internationalem Standard der DIN EN ISO 14040 und 14044. Vorrangiges Ziel war es, relevante Umweltauswirkungen aus technischen Aufwendungen im Rahmen der Rindfleischproduktion anhand von Betriebsdaten der Agrar GmbH Crawinkel / Thüringen zu erfassen, zu quantifizieren und zu bewerten.

Als Einheit wurde 1 kg Rind für die Fleischgewinnung gewählt. Berücksichtigt wurden alle relevanten technischen Aufwendungen dieser Rindfleischproduktion (von der Wiege bis zum Hoftor). Die Abschätzung der Umweltwirkungen wurde in den Kategorien Treibhauseffekt, Eutrophierung, Versauerung, Bildung bodennahen Ozons und Ozonabbau vorgenommen sowie der regenerative und nicht regenerative Energieverbrauch erhoben.

Die Ergebnisse zeigen, dass die absoluten Beiträge in den einzelnen Umweltkategorien als gering zu bewerten sind. So ergibt die Produktion von 1 kg Rindfleisch aus dieser Haltung einen Beitrag von 0,52 kg CO2-Äquivalenten zum Treibhauseffekt und benötigt 227,38 MJ an regenerativer sowie 24,86 MJ an nicht regenerativer Energie. Beachtlichen Anteil daran haben die Rinderbetreuung (Dieselherstellung), Futtermittelbereitstellung (Diesel-, Stroh-, Folienproduktion) und Hilfsprozesse (Stromerzeugung), während die übrigen Prozesse vernachlässigbar sind. Die Umweltauswirkungen der technischen Aufwendungen dieser großflächigen, extensiven Ganzjahresbeweidung sind relativ gering, gemessen an heute bekannten Emissionen aus der Verdauung des Rindes.

Weiter werden Optimierungspotenziale zur Verminderung der Umweltbelastung aufgezeigt und Einflussfaktoren auf die direkten Emissionen aus der Rinderhaltung bzw. Probleme bei der Datenerfassung in der extensiven Ganzjahresbeweidung dargestellt und diskutiert.

Life Cycle Assessment of Extensive All-year Grazing of Cattle – Transferability of basic data of select studies

The study aims to establish a Life Cycle Assessment (LCA) in the beef production from extensive all-year grazing with the main purpose of environmental protection and landscape conservation. The study was conducted in compliance with international standards. The main goal was to extract, quantify and evaluate relevant environmental impacts from technical expenditures related to beef production, using the example of the “Agrar GmbH Crawinkel” (Thuringia).

The study intends to provide arguments into the debate on the ecological benefits of large-scale extensive grazing systems. The approach defined 1 kg of beef as unit of reference and took into account all relevant technical expenditures for its production (“cradle to gate”). The assessment of the environmental impacts considered the categories global warming, eutrophication, acidification, photochemical ozone creation and ozone depletion. Furthermore, the consumption of renewable as well as non-renewable energy was determined.

Results show that the production of 1 kg of beef from this kind of cattle farming contributes a total of 0.52 kg CO2-equivalents to global warming and consumes 227.38 MJ of renewable as well as 24.86 MJ of non-renewable energy. Significant contributions come from the processes “cattle husbandry” (production of fuel), “supply of animal feed” (production of fuel, straw and foil) and “auxiliary processes” (generation of electricity). The other processes are negligible in this context. The environmental impacts of the technical expenditures of such large-scale extensive grazing systems are relatively low compared to the methane emissions arising from cattles’ digestion as they are known today. The study additionally outlines potentials to reduce environmental loads and discusses the direct emissions from cattle breeding and the problems of data collection in extensive all-year grazing systems.

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Risikopotenziale landwirtschaftlicher Nutzung für den Naturschutz erfassen und bewerten

Abb. 1: Lage des Untersuchungsgebiets in Mecklenburg-Vorpommern (kleiner Kasten) und grau unter­legt Ackerfeldblöcke entlang des NSG „Peenetal Jarmen bis Anklam“.

Abstracts

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wird untersucht, wie sich Belange des Naturschutzes mit der umgebenden intensiven Landwirtschaft vereinbaren lassen. Dazu wird eine Methode vorgestellt, mit der sich über eine Risikoanalyse Flächen bestimmen lassen, die für Agrarumweltmaßnahmen besondere Priorität genießen. Das Untersuchungsgebiet ist das Peenetal im östlichen Mecklenburg-Vorpommern. Durch die langgestreckte Form der Schutzflächen entlang der Peene können Randeffekte aus den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen nicht ausgeschlossen werden.

Für die Bestimmung der Risikoflächen werden mittels eines Geographischen Informationssystems praxisnahe Problemlösungen entwickelt. Als Risiken werden Stoffausträge (N, P), Wasser- und Winderosion und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bewertet sowie der naturschutzfachliche Wert der potenziell betroffenen Flächen im Schutzgebiet. Um den Einsatz finanzieller Mittel für geeignete Maßnahmen effizient zu gestalten, wird eine GIS-gestützte Vorauswahl von Flächen getroffen. Die Datengrundlage sind im Wesentlichen verfügbare amtliche Daten. Dadurch ist der Aufwand vergleichsweise gering und es können größere Flächenkulissen bewertet werden. Das Vorgehen wird für eine ausgewählte Gebietskulisse dargestellt.

Identifying and Evaluating Risk Potentials of Agricultural Use for Nature Conservation – Multicriteria risk analysis for the valley of the River Peene

The research project has analysed how demands of nature protection can be made compatible with the needs of surrounding intensive agricultural production. The study presents a method how to identify areas which have a particular priority for agri-environmental measures via risk analysis. The research area is the valley of the River Peene in Eastern Mecklenburg-Vorpommern. Owing to the elongated shape of the protection areas in the river valley negative environmental boundary effects of neighbouring agricultural production sites cannot be excluded.

For the determination of the risk areas practical solutions have been developed using a GIS. The risks investigated include nutrient outflow (N, P), erosion (water, wind), and the application of pesticides. At the same time the ecological value of potentially affected areas in the protected valley has been evaluated. In order to efficiently apply the financial means particularly suitable sites have been preselected by GIS. The data basis mainly relies on available official sources; this helps to keep the efforts low and to apply the method to a larger area. The paper presents the approach for a selected area.

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Wiederansiedlung und Translokation ­regional ausgestorbener Pflanzenarten

Abb. 1: Die Deutsche Tamariske.   Foto: Christiane Koch

Abstracts

Die Wiederansiedlung von Arten innerhalb ihres historischen Areals ist eine Maßnahme, die im internationalen Naturschutz große Bedeutung für die Erhaltung von Arten besitzt. Die Translokation von Arten in „neue“ Gebiete wird dagegen kontrovers diskutiert. Um zu untersuchen, welche Haltungen in deutschen Naturschutzkreisen gegenüber diesen beiden Methoden vorherrschen, wurde eine Umfrage in den vier Interessengruppen behördlicher und verbandlicher Naturschutz, Planungspraxis und Naturschutzbiologie durchgeführt. Die beiden regional ausgestorbenen Pflanzenarten Deutsche Tamariske ( Myricaria germanica ) und Alpen-Knorpellattich ( Chondrilla chondrilloides ) wurden dabei als Fallstudie für eine mögliche Wiederansiedlung in Bayern verwendet.

Im Ergebnis wird deutlich, dass die Wiederansiedlung von Arten nicht kategorisch abgelehnt wird, aber Bedingungen an eine Zustimmung geknüpft werden. Insbesondere die Frage, ob man stark gefährdete Arten in Gebieten außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes ansiedeln sollte, zeigt ein uneinheitliches Meinungsbild. Gerade mit Blick auf mögliche Auswirkungen des Klimawandels sollte jedoch auch der Naturschutz in Mitteleuropa überlegen, ob man, anstatt immer nur auf Bedrohungen zu reagieren, in einigen Fällen dem Aussterben von Arten durch Translokation auch zuvorkommen könnte.

Re-introduction and Translocation of Regionally Extinct Plant Species – Results of an expert survey

Re-introducing species to areas where they had become extinct is a method increasingly being used in conservation management. In contrast, translocating species to ‘new’ areas that have never been part of the historic range has been discussed controversially among international experts. To investigate the opinions of German nature conservationists regarding these two measures a survey among four interest groups has been conducted on the base of questionnaires. The groups were governmental and non-governmental nature conservationists, planning agencies and conservation scientists. The plant species Myricaria germanica and Chondrilla chondrilloides , both highly endangered and regionally extinct floodplain specialists, were chosen as a case for potential re-introduction in Bavaria. The results show that the German experts would not generally disapprove the re-introduction of species but would attach conditions to their consent. Especially the question whether or not to translocate highly endangered species to sites outside their historic range showed a diverse pattern of opinions. Bearing in mind the possible impacts of climate change, also nature conservationists in central Europe should in some cases consider the development of further methods to prevent the extinction of species.

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Natur- und Biodiversitätsschutz in ELER

Abb.1: In Deutschland gibt es 14 Programme, in denen die Länder die Maßnahmen der Ländlichen Entwicklung und des Agrar­umweltschutzes gemäß der ELER-Verord­nung (EG) Nr. 1698/2005 um­setzen.    © DVS 2008

Abstracts

Eine wichtige Finanzierungsquelle für den Natur- und Bio­diversitätsschutz in Deutschland stellen die Programme zur Ländlichen Entwicklung der Länder (ELER-Verordnung Nr. 1698/2005) dar. Die ELER-Programme bieten dabei flächenbezogene, maßnahmenbezogene und investitionsorientierte Fördermöglichkeiten an.

Für den Zeitraum 2007–2013 stehen in der 2. Säule in Deutschland jährlich im Schnitt für alle Aufgaben 4,5 Mrd. € öffentliche Mittel zur Verfügung. Für Maßnahmen in Bezug auf die Förderung von Biodiversität und Naturschutz wurden laut dieser Auswertung davon verteilt auf zehn verschiedene Maßnahmenbereiche (ELER-Codes) im Jahr 2009 fast 260 Mio.€ und 2010 knapp über 303 Mio.€ aufgewendet.

Die tatsächlichen Auszahlungen werden für die naturschutzrelevanten ELER-Codes in der Agrarlandschaft und im Wald differenziert je Bundesland und Jahr angegeben. Wo nötig, wurden dabei die Zahlungen in Naturschutz und Nicht-Naturschutz-Maßnahmen innerhalb eines ELER-Codes aufge­schlüsselt.

Protection of Nature and Biodiversity within EAFRD – Financial resources of the state programmes for rural development

The European Agricultural Fund for Rural Development (EAFRD-Regulation No 1698/2005) is an important financial source for the protection of biodiversity and nature conservation in the agricultural landscape of Germany. In this context the Rural Development Programmes of the federal states provide different funding schemes, either refering to areas or to measures or oriented towards the investment. For the time period between 2007 and 2013 anually 4.5 billion Euro of public means are available on average for all tasks in Germany. In 2009 nearly 260 millon Euro and in 2010 somewhat over 303 million Euro of these means have been spent for biodiversity and nature conservation measures, split in ten different fields of measures (EAFRD codes). The paper lists the actual payments for the relevant EAFRD codes in the agricultural landscape and in the forest for each federal state and year. If necessary the payments have been differentiated into spending for nature conservation measures and for other measures within a code.

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Bedeutung des Biotopverbunds für die Zielart Esparsetten-Widderchen

Abb. 1

Die nationalen Verbundkonzepte der Schweiz und Deutschlands werden mit vorliegender Arbeit für die Region Hegau – Randen – Klettgau konkretisiert. Dieser Raum verfügt aus landesweiter Sicht über einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Trockenhabitaten. Nach dem Zielartenansatz wurden mit dem Esparsetten-Widderchen (Zygaena carniolica) sowohl faunistische Gesichtspunkte als auch mit der Gewöhnlichen Küchenschelle ( Pulsatilla vulgaris ) floristische Aspekte untersucht.

Das Esparsetten-Widderchen wurde als Zielart für die Untersuchung ausgewählt, da diese Art über ein mittleres Ausbreitungsvermögen verfügt und in Landschaften mit fragmentierten Habitaten vorkommt. Die potenziellen Habitate des Widderchens wurden sowohl quantitativ als auch qualitativ untersucht. Verbundraumanalysen ermöglichen Aussagen über die Erreichbarkeit der Flächen für die Arten. Im Gelände wurden die Verbreitung sowie die Habitatqualität für die Art erfasst und anschließend mit einer logistischen Regressionsanalyse ausgewertet.

Für das Esparsetten-Widderchen ist sowohl die Habitatqualität als auch die Konnektivität der Flächen entscheidend. Über eine Distanz von bis zu 750 m findet eine Besiedlung der Flächen am wahrscheinlichsten stattfindet. Für die zweite Zielart Pulsatilla vulgaris hingegen, welche über ein geringes Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungspotenzial verfügt, ist die zeitliche Kontinuität der Habitate entscheidend. Zusammenfassend belegt die Untersuchung die Notwendigkeit, den räumlichen und zeitlichen Verbund der Standorte mit hoher Habitatqualität zu sichern.

Significance of Biotope Networks for the Target Species Zygaena carniolica and Pulsatilla vulgaris in the Border-Region ‘Hegau-Randen-Klettgau’

Facing an increasing landscape fragmentation, the concept of habitat networks has become more and more important. The national habitat network concepts of Switzerland and Germany are specified on a regional level. From a national perspective the region Hegau – Randen – Klettgau (Border area in Southwest Germany and Northwest Switzerland) has an above average proportion of dry habitats. Using the target species approach the study investigated faunistic aspects using Zygaena carniolica (blood droplet moth) as well as floristic aspects with Pulsatilla vulgaris (common pasque flower).

Zygaena carniolica was selected as a target species due to its medium dispersal capacity and its occurence in landscapes with fragmented habitats. Based on data of the nature conservation agencies, the potential habitats of Zygaena carniolica were analysed using qualitative and quantitative methods. The connectivity analysis allows statements about the reachability of the patches. In the field, both occurrences and habitat quality for Zygaena carniolica were mapped and analysed using logistic regression. For this species the habitat quality as well as the connectivity is decisive. The distance of 750 metres was identified as a point of reference within which colonization is most likely. On the other hand for Pulsatilla vulgaris , which has a low dispersal and re-colonization capacity, the temporal continuity of the habitats has proven decisive. In conclusion, the study points out the necessity to ensure both spatial and temporal connectivity of patches with a high habitat quality.

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Dungbewohnende Käfer als Indikatoren für die Bedeutung extensiver Beweidung

Abb. 1: Wasserbüffel auf der Weide bei Wendisch Waren.   Foto: Verfasser

Abstracts

Die Bewirtschaftung eines Gebietes als Ganzjahresweide ist erforderlich, um die Zusammensetzung der Zoozönose der coprophagen Käfer zu optimieren, dadurch gleichzeitig bestimmten gefährdeten Arten und Räubern zu einer dauerhaft verfügbaren Nahrungsressource zu verhelfen und somit deren Arten- und Individuenzahl zu erhöhen. Die extensive Beweidung mit einer geringen Zahl an Großvieheinheiten führte im Untersuchungsgebiet bei Wendisch Waren zu einem Anstieg der Biodiversität der Coleopterenzönose. Der Einsatz von Wasserbüffeln wird aus ökologischer und artenschutzrechtlicher Sicht als sehr positiv beurteilt.

Importance of Extensive Grazing for Species Diversity Illustrated by a Dung Beetle Community

In order to optimise the coenosis of coprophagous beetle the grazing management should comprise the whole year. This provides a permanently available food resource for certain rare species as well as predators, enabling them to increase their number of species and individuals. In the case study area near Wendisch Waren the extensive grazing with a low number of cattle led to an increased diversity of beetle species. Additionally the use of water buffaloes has been evaluated as very positive regarding ecological conditions as well as species protection.

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„Ist das eine Zielart oder kann das weg?“

„Ist das eine Zielart oder kann das weg?“

Abstracts

Angesichts der starken Belastungen der Landschaft vor allem durch Nährstoffe sind viele Ziele des gesetzlichen Arten- und Biotopschutzes in agrarisch geprägten Landschaften heute kaum mehr zu erreichen. Um die Belastungen zu kompensieren, wird im Namen des Naturschutzes in immer intensiverer Form in Lebensräume eingegriffen, was bei vielen Naturschützenden auf ein intuitives Unbehagen trifft. Diese verbreiteten Intuitionen sollten für einen Wertediskurs in Argumente übersetzt werden. So können Eingriffe unter Berücksichtigung von Eingriffsintensität, -häufigkeit und -umfang sowie der Lebensraumkontinuität naturwissenschaftlich operationalisiert werden. Unter ethischen Gesichtspunkten wird diskutiert, inwieweit das Naturerleben des Menschen in „künstlich hergerichteten Schutzlandschaften“ beeinträchtigt sein könnte. Zudem wird beleuchtet, unter welchen Bedingungen das Eingreifen in selbstorganisierende Systeme problematisch ist und wann es geboten sein kann. Plädiert wird für einen Naturschutz, der den Eigenwert unserer Mitwelt respektiert. Da ein dauerhaft stark invasiver Naturschutz auf „Inseln“ inmitten einer hochgradig belasteten Landschaft weder zukunftsfähig noch ethisch tolerabel ist, wird der Naturschutz der Zukunft vermehrt Debatten über einen nachhaltigen und naturschonenden Lebensstil einschließen müssen.

“Is That a Target Species or Can It Be Ditched?” Plea for more reflection on values of nature conservation

Many targets of species and habitat conservation can meanwhile hardly be reached anymore owing to the strong environmental burden, mainly by nutrients, on the landscape of agricultural landscapes. In order to compensate for these impacts, further interference into habitats is being carried out in the name of nature conservation, leading to intuitive discomfort of many nature conservationists. These widespread intuitions should be translated into arguments for a discourse of values. Impacts can be operationalised in terms of natural science considering their intensity, frequency and scope. From an ethic point of view the study discusses how far the natural experience of man could be affected in “artificially modified protection landscapes”. Additionally the paper investigates under which conditions the interference in self-organising systems is either problematic or might be necessary. The study pleas for a type of nature conservation respecting the intrinsic value of our environment. A permanently strongly invasive nature conservation on “islands” within a highly burdened surrounding is neither sustainable nor ethically tolerable. In future nature conservation will have to include more discussions about a sustainable and nature-preserving lifestyle.

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Energetische Verwertung von ­Landschaftspflegeholz

Energetische Verwertung von ­Landschaftspflegeholz

Abstracts

Gehölzpflegemaßnahmen sind im Südschwarzwald ein traditioneller Bestandteil der Bewirtschaftung von Extensivweidesystemen. Durch den Rückzug der landwirtschaftlichen Nutzung auf schwierig zu bewirtschaftenden Standorten steigt zum Zwecke der Offenhaltung der Landschaft der Bedarf an Entstockungsmaßnahmen. Parallel zu dieser Entwicklung hat Holz als nachwachsender Rohstoff einen immer größeren Stellenwert in der nachhaltigen Energieversorgung.

Inwieweit im Naturraum Südschwarzwald Landschaftspflegeholz eine Bedeutung für die energetische Verwertung darstellt und in welchem Umfang Landschaftspflegekosten durch eine logistisch optimierte Nutzungskette reduziert werden können, war Bestandteil eines Leader-Projektes. Das Ergebnis der flächenscharfen Erhebung von Offenlandgehölzen in sechs Kommunen des Schwarzwaldes zeigt, dass Gehölzstrukturen im Durchschnitt einen Anteil von 13 % an der Offenlandfläche einnehmen und mittlere Holzvorräte von 211 Erntefestmeter mit Rinde pro ha aufweisen. Die im Rahmen der Potenzialstudie erfassten Werte wurden anhand tatsächlich durchgeführter Pflegemaßnahmen bestätigt. Gehölzsukzessionen im Bereich des Offenlandes stellen somit im Südschwarzwald ein nicht zu unterschätzendes Potenzial für die energetische Nutzung dar. Rechnet man die gewonnenen Ergebnisse auf die Gesamtfläche des Naturraums Südsschwarzwald hoch, so ergibt sich bei einem 30-jährigen Nutzungsintervall die Perspektive, eine Holzhackschnitzelmenge von ca. 140000 srm m.R./a aus dem Bereich von Offenlandgehölzen bereitzustellen.

Energetic Processing of Wood from Landscape Management Measures – Potential study in the Southern Black Forest

In the Southern Black Forest maintenance measures of shrubs and trees are a traditional part of the cultivation of extensive pasture systems. Due to the withdrawal of agriculture on sites difficult to be cultivated there is an increasing need of trimming and cutting in order to keep the landscape open. At the same time the value of wood as renewable resource has continuously increased in the context of sustainable energy supply.

In the context of a LEADER project the following questions were investigated: what is the significance of wood from landscape management measures for energetic recovery, and to what extent can the costs for landscape management measures be reduced by logistically optimising the value added chain. The results of the site-specific investigation of shrubs and tress in the open landscape in six municipalities in Southern Black Forest show that these wooded areas on the average cover 13 % of the open countryside with an mean timber-growing stock of 211 m³ of timber harvested with bark. The values recorded in the potential study have been confirmed by the management measures actually carried out.

The results allow the conclusion that the potential of tree and shrub succession in the open countryside should not to be underestimated. By extrapolating the findings on the total area of the region Southern Black Forest the calculations lead to the perspective that about 140,000 m³ woodchips (with bark) might be supplied supposing a utilisation interval of 30 years.

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Erfassung der Managementeffektivität in Europas Schutzgebieten

Erfassung der Managementeffektivität in Europas Schutzgebieten

Abstracts

Mit der Unterzeichnung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt verpflichteten sich alle europäischen Staaten zur Evaluierung der Managementeffektivität in Schutzgebieten. Obwohl die Mehrheit der Länder bereits einen Teil ihrer Schutzgebiete evaluierte, ist das vorgegeben Ziel (30 % der terrestrischen Schutzgebiete bis 2010) in den wenigsten Ländern erreicht worden.

Die Evaluierungsmethoden, die beteiligten Akteure sowie die untersuchten Schutzgebietstypen variieren innerhalb ­Europas. Während internationale Evaluierungsansätze vor allem von Projektträgern, Zertifizierungsstellen und For­schungs­in­stitutionen verwendet werden, sind in einigen Ländern auch individuelle Evaluierungsmethoden entwickelt worden, welche meist die für das Schutzgebiet verantwortliche Instanz initiiert hat.

Langfristig müssen Evaluierungen in den Management­zyklus integriert werden. Eine regelmäßige und kostengünstige Umsetzung, beispielsweise durch Synthese verschiedener Evaluierungs- und Berichtspflichten, ist dabei anzustreben. Weiter sollten Datenqualität und Transparenz von Schutzgebietsevaluierungen in Europa erhöht werden. Dafür ist es jedoch nötig, dass solche Evaluierungen als Lern- und nicht als Bewertungsprozess verstanden werden.

Recording of Management Effectiveness in European Protection Areas – Contribution to fulfil the Convention on Biological Diversity

All European States have signed the Convention on Biological Diversity (CBD) and have thus committed to evaluate the ­management effectiveness of protected areas. The majority of ­European states have already examined management effectiveness in some protected areas. However, few states have reached the agreed goal to evaluate 30 % of their terrestrial protected areas by 2010.

Evaluation methodologies, management agency and protected area management categories vary largely across Europe. While international evaluation tools are mainly used by donors, certifiers and researchers several countries have developed individual methodologies, often initiated by the national management agency.

The evaluation of management effectiveness needs to become part of the protected area management cycle. An overall goal should be the regular and cost-effective implementation of assessments, for instance by combining different evaluation and reporting obligations. In addition, data quality and transparence of evaluations in European protected areas needs to be enhanced. Therefore, it is necessary that these evaluations are seen as learning process, not as judgment.

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Repowering von Windenergieanlagen

Abb. 1: Entwicklung der Windenergie in Deutschland (Quelle: BWE).

Abstracts

Der Beitrag untersucht, inwieweit die Erneuerung von Windenergieanlagen – das so genannte Repowering – mit den zu erwartenden Umweltauswirkungen vereinbar ist, vor allem in Bezug auf Vögel und Fledermäuse sowie das Landschaftsbild. Weiter wird die genehmigungsrechtliche Situation von Re­powering-Anlagen betrachtet, insbesondere Umweltprüfverfahren wie UVP und das Artenschutzrecht.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass Repowering als Chance angesehen werden kann, Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu verringern. Der entscheidende Faktor ist dabei die richtige Wahl des Standortes. Unter Berücksichtigung der Gegebenheiten am Standort sowie angrenzender Nutzungen können somit Planungsfehler aus der Vergangenheit beseitigt werden. Welche konkreten Auswirkungen ein Repowering jedoch ergeben, ist standortbezogen sehr unterschiedlich und sollte je Ausgangslage spezifisch analysiert und bewertet werden. Aus diesem Grund sollten die Auswirkungen eines Repowerings insbesondere für den Vogel- und Fledermausschutz intensiver untersucht werden, damit diese Ergebnisse positiv für weitere Planungen genutzt werden können.

Re-powering of Wind Power Plants – Present challenge for procedures of Environmental Impact Assessments

The study investigates how far the renewal of wind power plants, the so-called re-powering, is compatible with the expected environmental impacts, particularly referring to birds and bats as well as to the visual landscape. Further, the study analyses the conditions of the regulatory approval of repowering plants, particularly regarding environmental assessment procedures and legislation on species protection.

The investigations allow the conclusion that repowering can be seen as a chance to reduce interferences into nature and landscape, the decisice factor being the selection of the appropriate site. If the local conditions and the surrounding land-use are considered sufficiently planning mistakes of the past can be corrected. The effects of repowered wind power plants, however, differ significantly and should be specifically analysed and evaluated. The impacts of repowering on the protection of birds and bats require closer examination in order to apply these results on further planning projects.

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Management von FFH-Offenland­lebensräumen auf ehemaligen ­Truppenübungsplätzen

Management von FFH-Offenland­lebensräumen auf ehemaligen ­Truppenübungsplätzen

Abstracts

Auf vielen ehemaligen Truppenübungsplätzen ist aufgrund auf Aufgabe der früheren Nutzungen eine rasch voranschreitende Verbuschung sowie die Zunahme von Brachezeigern zu verzeichnen. Für den Erhalt und die Entwicklung von naturschutzfachlich relevanten Lebensraumtypen sowie Pflanzen- und Tierarten der (Halb-)Offenlandschaften wurde deshalb im Modellgebiet Oranienbaumer Heide auf der Basis einer fundierten Erfassung des Ausgangszustandes und systematisch abgeleiteten Entwicklungszielen erstmals eine extensive Ganzjahresstandweide mit Rindern und Pferden in einem subkontinental geprägten Heide- und Magerrasenökosystem umgesetzt. Dazu wurden die Standorte für Infrastruktureinrichtungen sondiert. Mit den Naturschutz- und Forstbehörden wurden ergänzende Entbuschungsmaßnahmen abgestimmt und umgesetzt.

Nach fast drei Jahren großflächiger Extensivbeweidung ist auf der gesamten Weidefläche ein Rückgang von Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) und Brachezeigern, eine Zunahme von offenen Bodenstellen sowie eine beginnende Verjüngung der Besenheide (Calluna vulgaris) nachzuweisen. Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit konnte das Projekt positiv in der Region verankert werden. Eine wirtschaftliche Tragfähigkeit konnte über die Beantragung von Agrarumweltmaßnahmen für Teilflächen der Weide erreicht werden. Praktikable Vorgehensweisen zur Einhaltung der veterinärrechtlichen Vorgaben wurden vereinbart. Der Beitrag fasst die gesammelten Erfahrungen zusammen.

Management of Open Habitats under the Habitats Directive on Former Military Training Areas – Establishment of an extensively used all-year pasture in the “Oranienbaumer Heide”

Many former military training areas show a rather rapid scrub or forest encroachment as well as an increase of competitive grasses or ruderal species. In order to maintain and to restore a favourable conservation status of natural habitat types and characteristic plant and animal species of open areas an extensive all-year grazing with cattle and horses was implemented at the pilot study area “Oranienbaumer Heide”. It based on a comprehensive analysis of the initial state and on adapted management targets. Currently this type of grazing is being tested for the first time in subcontinental heathlands and dry basophilic grasslands in Central Germany. Due to the former military use infrastructure facilities, e.g. fence lines, had to be checked for ammunition. Additional clearing of bushes and trees was carried out in correspondence with nature conservation and forest authorities. After almost three years of grazing a substantial reduction of Calamagrostis epigejos and ruderal species, an increase of bare soil sites as well as a regeneration of Calluna vulgaris was observed throughout the whole pasture area. Continuous public relations activitities were decisive for a positive feed-back of the local people. The grazing management could be ensured for the next few years due to the support of agri-environmental schemes on partial areas. Furthermore feasible procedures for animal treatment were reached in accordance with veterinary regulations.

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Honorierung ökologischer Leistungen der Forstwirtschaft

Honorierung ökologischer Leistungen der Forstwirtschaft

Abstracts

Die Ausgestaltung von Anreiz- und Ausgleichssystemen für ökologische Leistungen der Forstwirtschaft gewinnt durch die Eingriffsregelung des BNatSchG und bestehenden Kompensationsbedarf im Wald an Bedeutung. In diesem Beitrag wird anhand der Maßnahmen „Bereitstellung von Alt- und Totholz“ und „Erhalt von historischen Waldbewirtschaftungsformen“ die Operationalisierung von Waldnaturschutzzielen im Rahmen eines Honorierungssystems ökologischer Leistungen beleuchtet.

Dem Konzept der Umweltqualitätsziele folgend, können Waldnaturschutzziele aus einem übergeordneten Zielsystem abgeleitet am sinnvollsten auf regionaler Ebene umgesetzt und über einzelne Indikatoren und Prüfgrößen bewertet werden. Zur regionalisierten Bewertung der Indikatoren werden die räumlich-funktionalen Ebenen der ökologischen Waldgruppen oder der Wuchsgebiete herangezogen. Die Bewertungsmaßstäbe leiten sich vom Referenzbild natürlicher Waldbestände einer bestimmten ökologischen Waldgruppe (Naturnähe-Modell) oder von historischen oder funktionalen Verteilungen der Waldökosystemtypen eines bestimmten Wuchsgebiets ab (Repräsentanz-Modell). Ein solches System kann dazu beitragen, Naturschutzleistungen im Wald in Wert zu setzen und Kompensationsmaßnahmen im Wald produktionsintegriert und effizient zu gestalten.

Remuneration of Ecological Services in Forestry – New options for compensation measures in forests?

The development of incentives and compensation arrangements for ecological services in forestry is becoming increasingly important through the impact regulations according to the national Nature Conservation Act (BNatSchG) and the existing demand for compensation in forests. The study investigates the operationalisation of forest conservation goals within a system of compensation arrangements for ecological services, based on the measures “provision of old stands and deadwood” and “maintenance of traditional forestry practices”.

According to the concept of environmental quality objectives, forest conservation goals derived from a hierarchy of goals can be implemented most reasonably at the regional level, and assessed via certain indicators and parameters. For the assessment of indicators within a region, ecological forest groups or growing regions are used. The assessment criteria are derived from reference to natural forest stands in a particular ecological forest group (near-natural model) or from historical or functional distributions of forest ecosystem types in a particular growing region (representation model). Such an approach can contribute to the commodification of conservation in ­forests and to the formulation of efficient production-oriented compensation measures in forests.

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Die internationale Verantwortung Deutschlands für den Schutz arktischer und nordischer Wildgänse

Abb. 1: Trink- und Komfortgewässer (hier Weißwangengänse) sind wichtige Elemente eines Rast­gebietes.  Fotos: Helmut Kruckenberg

Abstracts

Nach existenzbedrohenden Bestandseinbrüchen der 1950/60er Jahre wurden international umfassende Schutzmaßnahmen für Wildgänse und andere weitwandernde Zugvogelarten beschlossen. In der Folge begannen sich die Bestände der arktischen Wildgänse bis heute zu erholen. Die Graugans wurde nicht zuletzt durch Wiederansiedlungsmaßnahmen auch in Westeuropa wieder heimisch. Auf Basis nationaler und internationaler synchroner Erfassungen in Westeuropa rastender Wildgänse sowie einer Abschätzung der Wechselraten der durchziehenden Individuen wird die Verantwortung Deutschlands für den Erhalt dieser Artengruppe untersucht und bewertet. Hierzu wird ein für Gastvögel erweitertes Konzept vorgestellt.

Durch die geographische Lage auf dem ostatlantischen Zugweg kommt Deutschland für vier Gänsepopulationen eine Verantwortung in besonders hohem Maße zu (Tundra- und Wald-Saatgans, Blessgans, Dunkelbäuchige Ringelgans) bzw. für drei Populationen eine Verantwortung in besonderem Maße (Zwerggans, nordschwedische Population, Graugans, NW-europäische Population, Weißwangengans, russisch-baltische Population). Die räumliche Verteilung der Arten in Deutschland ist artspezifisch und saisonal unterschiedlich, wobei die norddeutschen Länder die größte Verantwortung tragen. Gefährdungsursachen sowie Schutzerfordernisse der Arten werden vorgestellt und diskutiert.

International Responsibility of Germany for the Protection of Arctic and Nordic Wild Geese – Part 2: Evaluation, endangerment and protection measures

After western palearctic populations of wild geese became nearly extinct in the 1950/60s several protection tools were established internationally for wild geese and other long-distance migrating birds. Since then arctic goose populations recovered, and Greylag Geese were re-introducted successfully. Based on the results of national and international synchronous winter counts of staging geese and on an estimate of turnover rates the authors assessed and evaluated the international responsibility of Germany to protect these species.

Germany bears a very high responsibility for the Tundra and Taiga Bean Goose, White-fronted Goose and Dark-bellied Brent Goose due to its geographical position on the east-atlantic flyway. Additionally, Germany bears a high responsibility for the Swedish population of the Lesser White-fronted Goose, for the Northwestern Greylag and for the Russian-Baltic population of the Barnacle Goose. The spatial distribution of the geese in Germany is species-specific and differs seasonally, with the northern states of Germany bearing main responsibility. Finally the paper discusses threats and protection requirement for the different goose species.

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Mehrjährige Zielartenkartierung in einem Flurneuordnungsverfahren

Abb. 1: Flurneuordnungsgebiet Rosenberg-Hummelsweiler – im Vordergrund sind Grünlandflächen des Glasbachtales zu erkennen.

Abstracts

Um Praxiserfahrungen zum Zielartenansatz in einem konkreten Flurneuordnungsverfahren zu gewinnen, startete 2001 im Auftrag des Landesamtes für Flurneuordnung Baden-Württemberg eine Langzeitstudie. Basierend auf Vorkommen empfindlicher Zielarten wurde ein Konzept zu deren Erhaltung entwickelt und umgesetzt. Dieses besteht aus einem Verbund von Pflegegebieten mit einem spezifischen, auf die ökologischen Ansprüche der Zielarten ausgerichteten Nutzungs- und Pflegemanagement. Die Wirkung der Maßnahmen wurde über ein Zielartenmonitoring kontrolliert.

Vorgestellt werden erste Ergebnisse und vorläufige Tendenzen. Die deutlich erkennbaren Zunahmen an Individuen der Zielarten in den eingerichteten Pflegegebieten lassen auf eine erfolgreiche Umsetzung der artspezifischen Maßnahmen schließen. Durch eine Optimierung der Habitate der Zielarten in den Pflegegebieten konnten Lebensraumverluste, z.B. durch Nutzungsänderungen, Schlagvergrößerungen und Wegebau, aufgefangen werden, so dass die Gesamtpopulationsgröße der Zielarten im Flurneuordnungsgebiet erhalten, teilweise sogar verbessert werden konnte.

Die Ergebnisse stützen den Ansatz, Zielarten systematisch in Flurneuordnungsverfahren zu berücksichtigen, wie dies die Ökologische Ressourcenanalyse für Baden-Württemberg vorsieht.

Long-term Monitoring of Target Species During Land Consolidation – Development and validation of conservation measures for species and biotopes

In the year 2001 the state agency for land consolidation in Baden-Württemberg initiated a long-term study to gain practical experience with the target species concept in a real land consolidation procedure. Based on the ecological requirements of sensitive target species occuring in the area a concept was developed for their conservation. It consists of a network of biotopes with an optimised land-use management. The effects of the concept were controlled by monitoring the target species.

The paper is presenting first results and preliminary tendencies. The clear increase of individuals of the target species within the biotopes indicates the success of the species-specific measures. Losses of habitats occurring due to changes of the land-use management and road construction could be compensated by optimising the habitats of the target species within the biotopes. Alltogether the total number of individuals of the target species within the land consolidation area was stabilised and partially increased as a result of the measures taken. These results support the approach to systematically use target species in land consolidation procedures as suggested by the “Concept of Ecological Resource Analysis of Baden-Württemberg”.

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Anpassung der Landschaftsplanung an den Klimawandel

Anpassung der Landschaftsplanung an den Klimawandel

Abstracts

Basierend auf den Ergebnissen eines durch das Bundesamt für Naturschutz geförderten F+E-Vorhabens diskutiert der Beitrag zunächst Konsequenzen des Klimawandels für den Naturschutz allgemein. Dessen bisherige Ziele, Konzepte, Strategien und Maßnahmen sind angesichts der Anforderungen zur Anpassung an den Klimawandel und des Klimaschutzes in der Regel weiterhin sinnvoll oder gar von noch höherer Bedeutung, wenngleich sich die Bedeutung einzelner Aspekte verändern wird und neue Inhalte zu berücksichtigen sind. Auch der Landschaftsplanung stellen sich neue Aufgaben. Diese betreffen die zu bearbeitenden Inhalte, den Planungsprozess und die Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen räumlichen Ebenen der Landschaftsplanung.

Beispielhaft werden für einzelne Naturgüter die bereits heute bestehenden Möglichkeiten zur Berücksichtigung des Klimawandels in den verschiedenen Arbeitsschritten der Landschaftsplanung vorgestellt.

Climate Change-Adaptions of Landscape – Suggestions regarding contents, working steps and processes of landscape plan

Based on the results of a Research and Development Project promoted by the Federal Agency for Nature Conservation the paper starts with the discussion of the effects of the climate change for nature conservation in general. Present conservation aims, concepts, strategies and measures are considered useful in face of climate protection and of the requirements to adapt to climate change. The importance of individual aspects might however change or new contents can become relevant, and landscape planning will face new challenges. The new tasks concern the contents to be dealt with, the planning process and the division of work between the different spatial levels of landscape planning.

Giving examples for single natural assets the paper presents already existing options to consider the climate change in the different working steps of landscape planning.

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Digitale Artenerfassung im ehrenamtlichen Naturschutz

Abb. 1

Abstracts

Die Erfassung von Tier- und Pflanzenarten ist seit jeher eine der Kerntätigkeiten der Naturschutzverbände in Deutschland. Die von den i.d.R. ehrenamtlich tätigen Naturschützern erhobenen Daten bilden vielerorts das Rückgrat für die im Bundesnaturschutzgesetz gesetzlich vorgeschriebene Umweltbeobachtung nach § 6 BNatSchG. Eine effektive Einbindung ehrenamtlicher Kräfte in diesem Bereich setzt unter den aktuellen technischen Rahmenbedingungen voraus, dass entsprechende Werkzeuge sowie nutzerspezifische Hilfestellungen und Vorgaben zur Erstellung, Aufbereitung und Weitergabe erfasster Umweltfachdaten zur Verfügung gestellt werden. Welche Anforderungen von Seiten der ehrenamtlich Tätigen an Werkzeuge zur Unterstützung der digitalen Artenerfassung bestehen und wie diese in die Entwicklung einer geeigneten technischen Lösung integriert werden können, wird im vorliegenden Beitrag dargestellt. Anhand des entwickelten Web-GIS Portals eMapper wird aufgezeigt, dass eine technisch hochwertige, übertragbare und auf frei verfügbarer Software basierende GIS-Lösung die Akteure aus Behörden und Verbänden bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützt und einen wichtigen Beitrag zur effektiveren Vernetzung im Naturschutz leisten kann.

Digital Mapping of Species in Voluntary Nature Conservation – Requirements and technical solutions using the example of the eMapper

Non-governmental organisations (NGOs) are an important partner for nature conservation authorities in Germany. A field of specific concern heavily relying on data input from volunteers is the statutory long-term monitoring of habitats and species (§6 of the German Federal Nature Conservation Act). However, volunteers need to be provided with appropriate tools, support and guidelines for creating, editing and imparting environmental data in order to be effectively involved in these activities. The paper presents on the one hand results of interviews with volunteers which supporting tools they require for the digital mapping of species. On the other hand suggestions are made how these requirements can be integrated in the development of a suitable technical solution. By means of the web-based GIS portal eMapper the study clarifies that a high-quality transferable GIS-tool based on open source technology supports stakeholders from NGOs and governmental agencies, improving the networking within the field of nature conservation.

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Die internationale Verantwortung Deutschlands für den Schutz arktischer und nordischer Wildgänse

Abb. 1: Bestandsentwicklung der Tundra- und Wald-Saatgans im Westen Europas 1958/59 – 2006/07 (nach Timmerman et al. 1976, Wetlands International goose database, eigene Daten).

Abstracts

Auf Basis nationaler und internationaler synchroner Erfassungen werden in dem Beitrag die räumliche Verteilung und die Entwicklung der Bestandszahlen der wichtigsten in Deutschland rastenden Gänsearten vorgestellt. Dabei zeigen sich deutlich artspezifische Unterschiede sowohl in der Verteilung als auch im Zugmuster.

Gleichzeitig weisen die internationalen Bestandserfassungen für die meisten Gänsearten eine Stabilisierung der Zahlen auf, einige Arten gehen sogar zurück. Bei den meisten Arten ist ein deutlicher Rückgang des Bruterfolges seit Mitte der 1990er Jahre feststellbar.

International Responsibility of Germany for the Protection of Arctic and Nordic Wild Geese – Part 1: Distribution of the Species in Germany

Based on national and international synchronous counts the study presents population status and trends of the most important migratory wild geese species in Germany as well as their spatial distribution. In Germany eight geese species regularly occur in larger numbers. The study presents species-specific differences both in distribution and migration timing. For most goose species the international estimates have shown a stabilisation of their numbers. Whilst the Barnacle and Pink-footed Goose still seem to increase, the Brent Geese show a clear decline since the middle of the 1990s.

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Arten-Areal-Kurven für Brutvögel in Hauptlebensraumtypen Südwestdeutschlands

Abb. 1: Cluster-Dendrogramm der acht identifizierten Hauptlebensraumtypen (Ähnlichkeitsmaß: Euklidische Distanz, Clusteralgorithmus: Ward-Methode).

Abstracts

Eine aktuelle Arten-Areal-Kurve für Brutvögel Südwestdeutschlands wurde auf Basis flächendeckender Erfassungen in 537 Gebieten aus den Jahren 2000 bis 2009 in Baden-Württemberg erstellt. Diese lässt sich mit der Funktion S=12,0A0,19 be­schreiben. Die Untersuchungsgebiete wurden anhand der Landnutzungskarte Baden-Württembergs differenziert. Mit Hilfe einer multivariaten Analysesequenz konnten acht Hauptlebens­raumtypen identifiziert werden. Für diese wurden folgende Funktionen entwickelt: Ackerbau (S=3,6A0,44, n=36), Grünland (S=2,3A0,51, n=125), Wald-Offenland-Komplex (S=23,0A0,12, n=39), Siedlung (S=15,1A0,18, n=35), Offenland-Siedlungs-Komplex (S=0,6A0,87, n=50), Sonderkultur (S=16,3A0,10, n=73), Streuobst (S=17,5A0,17, n=33), Wald (S=17,8A0,20, n=146).

Die Abweichung der aktuellen Arten-Areal-Kurve für Brutvögel Südwestdeutschlands von der in den 1980er Jahren für Mitteleuropa entwickelten kann möglicherweise auf den Rückgang der Brutvogeldiversität in den letzten 30 Jahren zurückgeführt werden. Ein Effekt der Stichprobenwahl ist allerdings nicht auszuschließen. Die Arten-Areal-Beziehungen können zur objektiven Bewertung von Gebieten bezüglich des Kriteriums Artenzahl/Artenvielfalt herangezogen werden, sie sind gerade auf kleinflächige Untersuchungsgebiete (5 bis 150ha) anwendbar. Die Grobdifferenzierung ist auch vor dem Hintergrund sinnvoll, dass in Südwestdeutschland oftmals Komplexlebensräume als bewertungsrelevante Landschafts­ausschnitte vorliegen.

Species-area-functions for Breedings Bird Communities of Main Habitat Types in Southwest Germany – Reference data for the scaling of site-specific species diversity

A current species-area-curve for breeding birds in Southwest Germany is given, based upon the recording of 537 sites in the years 2000–2009 in Baden-Wuerttemberg. The curve is described by the function S=12.0 A0.19.The sites could be differentiated according to the land use map of Baden-Wuerttemberg. Using multivariate analysis eight main habitat types were identified. For these main habitat types the following functions could be deduced: arable land (S=3.6 A0.44, n=36), grassland (S=2.3 A0.51, n=125), forest-open landscape-complex (S=23.0 A0.12, n=39), settlement (S=15.1 A0.18, n=35), open landscape-settlement-complex (S=0.6 A0.87, n=50), specialty crops (S=16.3 A0.10, n=73), orchard (S=17.5 A0.17, n=33), forest (S=17.8 A0.20, n=146).

The deviation of the current species-area-curve for breeding birds in Southwest Germany from the curve presented in the 1980s for Central Europe is probably the result of a loss of breeding bird diversity during the last 30 years. Effects of differences in sampling design can however not be ruled out. The species-area-functions can be used for an objective evaluation of sites concerning the criterion species number/species diversity. They are applicable particularly for small sites (5–150 hectares) and take into account that complex habitats are common in Southwest Germany.

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